Frankfurt/Main (dpa) - Der britische Formel-1-Rennstall Williams hat bei seiner ersten Runde an der Börse keinen Traumstart hingelegt. Das Papier des Unternehmens legte nach seiner Erstnotiz sofort den Rückwärtsgang ein. Williams ist das erste Formel-1-Team, das an die Börse gegangen ist.

Die Williams-Aktie sank am Mittwochmorgen auf bis zu 23,71 Euro - der Ausgabepreis hatte 25 Euro betragen. Nach dem Mittag pendelte der Kurs die ganze Zeit unter der 24-Euro-Marke und notierte am Nachmittag bei 23,99 Euro. Die schwache Premiere hatte sich abgezeichnet: Der Ausgabepreis lag am unteren Ende der zuvor bereits verengten Preisspanne.

Auch die Zahl der auszugebenden Aktien hatte der Rennstall angepasst und von 2,7 auf 2,4 Millionen reduziert. Privatanleger zeigten so gut wie kein Interesse, fast nur institutionelle Investoren deckten sich mit Paketen der Williams Grand Prix Holdings PLC ein. Der Börsengang spülte damit etwa 60 Millionen Euro in die Unternehmenskasse - angepeilt gewesen waren 80 Millionen.

Ein knappes Viertel (24 Prozent) von Williams wird nun an der Börse gehandelt. Damit wird der gesamte Rennstall derzeit mit rund 250 Millionen Euro bewertet. Eigentümer und Teamchef Frank Williams will laut früheren Aussagen die Mehrheit behalten.

Trotz des Börsengangs sollen die Investoren - und natürlich die Konkurrenz - nicht zu tief in die Williams-Bücher schauen dürfen. So räumte Geschäftsführer Adam Parr Anfang Februar ein, dass der Start an der Deutschen Wertpapierbörse mit den niedrigen Transparenzanforderungen zusammenhänge.

Der Rennstall war 1977 von Sir Frank Williams und Patrick Head gegründet worden. Das Team holte in gut drei Jahrzehnten insgesamt neun Konstrukteurs- und sieben Fahrer-WM-Titel.

Bis 2006 hatte Williams mit BMW zusammengearbeitet. Seit einigen Jahren fahren die Briten nicht mehr an der Spitze der Formel 1. Bekanntester Williams-Fahrer in der aktuellen Saison ist Rubens Barrichello (Brasilien). Neu verpflichtet wurde der Venezolaner Pastor Maldonado, der den Deutschen Nico Hülkenberg aus dem Cockpit verdrängte.