Herzogenaurach (dpa) - Mit dem Rückenwind aus dem vergangenen Jahr fühlt sich Adidas gut gerüstet für seinen Angriff auf Branchenprimus Nike. «Der Adidas-Konzern stand finanziell nie besser da», zog Vorstandschef Herbert Hainer am Mittwoch in Herzogenaurach zufrieden Bilanz für 2010.

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller hatte nach dem herben Krisenjahr 2009 einen Umsatzrekord eingefahren und sein Ergebnis mehr als verdoppelt. Wegen der stark gestiegenen Rohstoffpreise kündigten die Franken moderate Preiserhöhungen an.

Für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung führte Hainer vier Gründe an: Den starken Impuls durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, die den Verkauf von Fußballprodukten auf das Rekordniveau von 1,5 Milliarden Euro getrieben hatte und die Umsatzsteigerung von währungsbereinigt zwölf Prozent bei der lange Zeit darbenden Tochter Reebok. Aber auch der Erfolg von Lifestyle-Kleidung sowie eine deutliche Steigerung in den schwächsten Märkten USA und China trug dazu bei.

Der Umsatz der Gruppe mit weltweit 24 500 Mitarbeitern kletterte dadurch um 15,5 Prozent (währungsbereinigt neun Prozent) auf knapp 12 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis legte um 76 Prozent auf 894 Millionen Euro zu. Nach dem krisenbedingten Rückgang des Nettogewinns 2009 auf 245 Millionen Euro verdiente das Dax-Unternehmen 2010 unter dem Strich 567 Millionen Euro.

Davon sollen 80 Cent je Aktie an die Anteilseigner zurückfließen - mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr. Die Börse goutierte dies - die Aktie lag am Mittag rund drei Prozent im Plus. Für das laufende Jahr zeigte sich Hainer optimistisch. «Wir erwarten, dass der Gruppenumsatz währungsbereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Bereich steigen und 2011 einen neuen Rekord aufstellen wird.» Die im vergangenen Jahr kräftig gewachsenen Erlöse mit eigenen Läden sollen mit 100 Neueröffnungen vor allem in Schwellenländern gestärkt werden.

Das Nettoergebnis werde am Ende zwischen 625 und 650 Millionen Euro liegen, sagte Hainer. Der 56-Jährige will mit einer Umsatzsteigerung auf 17 Milliarden Euro bis 2015 die Ausgangsbasis dafür legen, Nike vom Thron zu stoßen.

Dem Konzernchef bereitet nach eigenem Bekunden nur eines Sorgen: Die steigen Produktionskosten. «Rohstoffe, Arbeit und Transportkosten sind in den letzten zwölf Monaten alle hochgegangen - manche ziemlich heftig», sagte Hainer in Herzogenaurach. Allein in diesem Jahr sei etwa der Preis für Baumwolle um 30 Prozent in die Höhe geschossen. Einen Teil der gestiegenen Kosten werde Adidas an die Kunden weitergeben müssen.