Leipzig (dpa) - Den Gegner demoralisiert und das große Ziel unbeirrt im Visier: Der HSV Hamburg hat einen weiteren Schritt Richtung erste Handball-Meisterschaft gemacht.

Im Spitzenspiel der Bundesliga waren die Norddeutschen für die ambitionierten Füchse aus Berlin mindestens eine Nummer zu groß und siegten in meisterlicher Manier mit 35:22 (19:9). Damit nahm der HSV nicht nur Revanche für das bittere Aus im Pokal-Achtelfinale, sondern hielt den Erzrivalen THW Kiel im Kampf um die Krone auf Distanz.

Aber auch der Champions-League-Sieger aus Kiel zeigte keine Schwäche und deklassierte im 66. Nordklassiker die SG Flensburg-Handewitt mit 38:26 (16:14). Damit bleibt der Punkteabstand des Spitzen-Duos unverändert: Hamburg führt mit vier Zählern Vorsprung vor den «Zebras».

Die seit nunmehr 24 Liga-Spielen ungeschlagenen Hamburger hatten überraschend leichtes Spiel. Während die Gäste ohne Schnörkel ihr Pensum abspulten, waren die Berliner völlig von der Rolle. «Wir sind jetzt in der heißen Phase, da ist jedes Spiel ein Endspiel. Das wussten wir und haben uns darauf vorbereitet. Für unseren weiteren Weg haben wir heute ein Zeichen gesetzt», sagte Hamburgs Nationalspieler Michael Kraus. Berlins Coach Dagur Sigurdsson versuchte erst gar nicht, irgendetwas schön zu reden: «Das war eine Lehrstunde für uns.»

Kiel bejubelte neben dem prestigeträchtigen Heimerfolg das Comeback des französischen Olympiasiegers Daniel Narcisse, der drei Treffer zum überzeugenden Heimsieg beisteuerte. Bis zur Halbzeit waren die Flensburger noch auf Tuchfühlung, aber dann machte der Meister kurzen Prozess und ließ der SG nicht den Hauch einer Chance.

Die Rhein-Neckar Löwen kamen beim von der Insolvenz bedrohten DHC Rheinland zu einem schwer erkämpften 27:24 (15:10). Unterdessen muss der TBV Lemgo nach der 30:37 (12:15)-Niederlage beim SC Magdeburg um die Europapokalplätze bangen. Klaren Kurs auf den Europacup hat dagegen Frisch Auf Göppingen, das bei Aufsteiger HSG Ahlen-Hamm zu einem ungefährdeten 29:22 (18:9) kam.

Im Abstiegskampf verpasste TuS N-Lübbecke mit dem 26:27 (13:13). gegen den VfL Gummersbach nur knapp einen Befreiungsschlag. Einen ersten Schritt aus dem Tabellenkeller machte die TSV Hannover-Burgdorf mit dem 31:29 (15:15) gegen den unmittelbaren Kontrahenten TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Seinen Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrößerte MT Melsungen mit dem 33:28 (17:16)-Heimsieg gegen den TV Großwallstadt.