Karlsruhe (dpa) - Mit minutenlangem Applaus ist am Samstagabend in Karlsruhe das Musical «Big Money» aufgenommen worden.

Das Badische Staatstheater hat sich bei der Uraufführung von einem der bundesweit größten Fälle von Wirtschaftskriminalität inspirieren lassen - dem Flowtex-Milliardenbetrug. Ähnlichkeiten mit dem realen Fall seien rein zufällig, betonte Regisseur Peter Lund. «Alles ist frei erfunden.»

Zusammen mit Thomas Zaufke, der für die Musik zuständig ist, hat der Musical-Profi die Charaktere nach eigenem Gutdünken ausgeschmückt. Auch bei den zwischenmenschlichen Beziehungen lässt er künstlerische Freiheit walten. Dem Publikum hat das humorig-böse Stück sichtlich gefallen.

Das Flowtex-Firmenimperium hatte mit Luftgeschäften um nicht vorhandene Bohrsysteme einen Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht. Der Betrug flog im Jahr 2000 auf. Das vermeintliche Vorzeigeunternehmen hatte über Jahre systematisch Banken und Leasinggesellschaften betrogen. Und die Politik ließ sich blenden, beeindruckt von hohen Steuerzahlungen und Sponsorengeldern.

Big Money