Augsburg (dpa) - Für Thomas Gottschalk ist «Wetten, dass..?» Routine. Mit prominenten Gästen plaudern, Wetten ankündigen und knackige Sprüche klopfen. Auch am Samstag blieb er bei der 194. Ausgabe des Show-Klassikers diesem Muster treu.

In Augsburg sprach er mit Catherine Deneuve über den zu dick gewordenen Schauspielkollegen Gérard Depardieu und mit den Sängern Herbert Grönemeyer und Udo Jürgens über ihre Leidenschaft für die Musik.

Doch nach seiner Ankündigung im Februar, «Wetten, dass..?» wegen des tragischen Unfalls von Wettkandidat Samuel Koch endgültig zu verlassen, fand Gottschalk nicht zu seiner alten Form zurück. Mit Schauspieler und Regisseur Til Schweiger redete er beispielsweise belanglos über dessen Kinoerfolg «Kokowääh», lobte den Film als großes deutsches Kino.

Sogar mit Schweigers Schauspielkollegin Jasmin Gerat plauderte Gottschalk. In den 90er Jahren hatte der Moderator die damals 19-Jährige noch als «Szene-Opfer» und «Rentner» bezeichnet - Gerat feuerte in der «Bild am Sonntag» zurück und schrieb einen offenen Brief an den «lieben Onkel Gottschalk». Am Samstag dann die große Versöhnung vor laufenden Kameras.

Zur Freude der Mädchen unter den insgesamt 2500 Zuschauern in der Halle rettete Teenie-Schwarm Justin Bieber um kurz nach neun die Flaute auf der Couch und brachte seine weiblichen Fans zum Ausflippen - und vermutlich auch einige der insgesamt rund neun Millionen Fernsehzuschauer. Die 194. «Wetten, dass..?»-Ausgabe erreichte einen Marktanteil im Schnitt von 27,6 Prozent und hatte über zweieinhalb Millionen Zuschauer mehr als Dieter Bohlens «Deutschland sucht den Superstar» bei RTL. In der Gruppe der jüngeren Zuschauer von 14 bis 49 Jahren aber hatte Bohlen trotz Bieber-Bonus die Nase wieder vorn.

Bei «Wetten, dass..?» bewies der 17 Jahre alte Sänger wie erwartet Showtalent: Auf der Bühne sang er ein Medley seiner Songs und auf der berühmten Couch von «Thommy» zeigte er Co-Moderatorin Michelle Hunziker seine Tanzbewegungen. Außerdem brachte der Kanadier alle vier Seiten eines Zauberwürfels unter zwei Minuten in die richtige Position - ganz zur Freude seiner Fans, die ihm mit Plakaten in der Hand und «JB» auf den Wangen zujubelten. Auch Gottschalk outete sich als Anhänger. Er lobte den aktuellen Film des 17-Jährigen, «Never say Never». «Ich bin als Skeptiker in den Film rein und als Fan wieder rausgekommen», erzählte er.

Als Hunziker dem jungen Sänger davon berichtete, dass ihre 14 Jahre alte Tochter Aurora ihn gerne heiraten wolle, gab sich Bieber dagegen wenig charmant. Das ginge leider nicht, sagte er nur und erteilte der Schweizerin eine Abfuhr. Wenig später verschwand er von der Bühne, zusammen mit Herbert Grönemeyer. Gottschalk versuchte noch, zumindest den 54-Jährigen zum Bleiben zu bewegen - vergebens.