Berlin (dpa) - Auf nach Australien: Nach mehr als vier Monaten Rennpause macht sich die Formel 1 voller Ungeduld bereit für den verspäteten Saisonstart. «Wir haben jetzt genug vom Testen, jetzt wollen wir wieder Rennen fahren», nannte Weltmeister Sebastian Vettel das Motto.

Rivale Fernando Alonso heizte eine Woche vor dem ersten Grand Prix in Melbourne das Titelduell schon mal kräftig an. «2011 will ich die Revanche für letztes Jahr», tönte der spanische Ferrari-Pilot im Interview der «Welt am Sonntag».

Auch Michael Schumacher will nach seiner ernüchternden Comeback-Saison endlich wieder richtig angreifen. Der Rekordchampion trat die Reise ans andere Ende der Welt etwas später an, Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg und Timo Glock sind sogar schon in «Down under» eingetroffen. Nach der Absage des Bahrain-Rennens ist Melbourne zum 14. Mal Auftakt-Gastgeber.

«Ich bin mir sicher, dass uns auch in diesem Jahr ein tolles Wochenende und ein spannendes Auftaktrennen bevorstehen. Ich freue mich bereits darauf, am Donnerstag ins Fahrerlager zu kommen», sagte Schumacher vor seinem Abflug. Viermal hat der 42-Jährige bereits im Albert Park gewonnen. Die Bestzeit beim Abschlusstest in Barcelona lässt den Mercedes-Star und seinen Stallrivalen Rosberg auf einen Erfolg zum Saisoneinstand hoffen. «Wir sind gut drauf», meinte Rosberg.

Der Wiesbadener will sich den letzten Schliff für den Start beim gemeinsamen Triathlon-Training mit Freunden in Australien holen. «Ich reise früh an, um mich in der Zeitzone zu akklimatisieren. Ich freue mich schon darauf, am Strand zu trainieren und abends in St. Kilda zu entspannen», kündigte der 25-Jährige ein stressfreies Workout in Melbournes Erholungsgebiet an.

Ähnliches plant Marussia-Virgin-Pilot Glock, der an seinem 29. Geburtstag in den Flieger stieg. Nachdem er wegen einer Blinddarm-Operation auf die letzten Testfahrten verzichten musste, will er nun in Melbourne mit seinem Physiotherapeuten die letzten Tage bis zum Start intensiv nutzen. «Erster Tag in Melbourne, soll auch der wärmste werden, hatte ein super Frühstück und gehe demnächst am Strand joggen», ließ der Wersauer seine Fans via «Facebook» wissen.

Auch ein Teil der Mechaniker- und Boxencrews brachte bereits am Wochenende die mehr als 20-stündige Tour nach Australien hinter sich. Die Material-Container waren bereits zuvor aus London und Frankfurt am Main auf die Reise gegangen.