Leipzig (dpa) - Die Leipziger Buchmesse hat es erneut auf einen Besucher-Rekord gebracht. 163 000 Literatur-Fans kamen an den vier Tagen auf das Messegelände, wie die Organisatoren am Sonntag mitteilten. Im vergangenen Jahr waren es 157 000.

«Die Leipziger Buchmesse zieht von Jahr zu Jahr mehr Besucher an», sagte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner. Schon vor einem Jahr hatte er sich über einen kräftigen Besucherzuwachs freuen können. 2 150 Aussteller aus 36 Ländern präsentierten dieses Mal bei der Bücherschau die Neuerscheinungen des Frühjahrs.

Nicht mitgezählt wurden die Besucher, die an den vier Tagen fast rund um die Uhr zu den Lesungen in der Stadt kamen - bei der 20. Ausgabe des Literaturfestes «Leipzig liest». Ob bei der Krimi-Lesung auf dem Friedhof oder der Lit.Pop-Party im Rathaus: Meist war es auch dort brechend voll. 1500 Autoren präsentierten ihre Werke. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, sagte zum Abschluss: «Eine bessere Investition in die Förderung des Lesens als die Leipziger Buchmesse kann ich mir nicht vorstellen.»

Ob Veronica Ferres, Werner Schneyder, Rolf Hochhuth oder Markus Kavka: Überall, wo ein Autor las oder signierte, bildeten sich Menschen-Trauben. Aber viele Besucher kamen vor allem, um nach Schnäppchen Ausschau zu halten: preisgesenkte Kalender oder kostenlose Bücher. Da die Verlage aber in der Regel auf der Messe nichts verschenken, bediente sich so mancher wieder selbst.

Trauerschleifen und Papierkraniche: Hunderte Manga-Fans aus ganz Deutschland gedachten am Wochenende bei der Messe der Opfer in Japan. Die Katastrophen in ihrem Lieblingsland war diesmal Gesprächsthema Nummer eins bei den jungen Leuten, die seit Jahren wie ihre Comic-Idole kostümiert zur Bücherschau kommen. Während alle Veranstaltungen der Deutsch-Japanischen Gesellschaft abgesagt worden waren, blieb die Manga-Fan-Szene der Messe auch 2011 treu.

«Es ist ja mein Lieblingsland, deswegen trifft mich die Katastrophe besonders», sagte die 24-jährige Stephanie aus Dresden, die als «magische Krankenschwester» Komugichan zur Messe kam. Sie hatte sich auch an der Papierfalt-Aktion «1000 Kraniche» beteiligt, trug aber keinen Trauerflor wie einige andere Manga-Fans. «Das bringt ja nix», meint sie. «Es ist ein recht komisches Gefühl, wenn man so fröhlich ist - und weiß, was in dem Land, wo alles herkommt, passiert ist», sagte Tanja aus Berlin.