Berlin (dpa) - Keine Saison ohne Neuerungen. Auch in diesem Jahr müssen sich die Formel-1-Fahrer auf einige Änderungen einstellen. Das Hybrid-System KERS kehrt zurück, zudem soll der neuerdings verstellbare Heckflügel das Überholen erleichtern.

Das leidige und ohnehin oft umgangene Teamorderverbot ist wieder abgeschafft. Und gefahren wird neuerdings auf Reifen vom Formel-1-Rückkehrer Pirelli. Verboten sind der F-Schacht aus dem Vorjahr und der Doppeldiffusor. Die Nachrichtenagentur dpa gibt einen Überblick:

Heckflügel: Durch Tastendruck am Lenkrad kann ein Teil des Heckflügels so verstellt werden, dass sich der Anpressdruck verringert. Das macht die Autos schneller. Erlaubt ist der Einsatz im Rennen nur in einer bestimmten Zone und bei einem zeitlichen Abstand zum Vordermann ab einer Sekunde. Im Training und in der Qualifikation können die Piloten das System jederzeit abrufen.

Kinetic Energy Recovery System (KERS): Es ist wieder da. Freiwillig hatten die Teams in der vergangenen Saison darauf verzichtet. Nun soll es zusammen mit dem verstellbaren Heckfügel für noch mehr Überholmanöver sorgen. Die Energie, die bei den Bremsvorgängen entsteht, wird gespeichert. Pro Runde kann der Fahrer so zusätzliche 82 PS für insgesamt 6,7 Sekunden aktivieren.

Reifen: Rückkehrer Pirelli stellt die Teams und Fahrer vor Herausforderungen - und das sollte der italienische Hersteller auch. Die Rennen sollen spannender gemacht werden, durch eine höhere Zahl an Boxenstopps soll dies erreicht werden. Weltmeister Sebastian Vettel rechnet mit bis zu vier Reifenwechseln. Die sogenannten «super soft» Reifen bauen binnen weniger Runden ab. Wer den Zeitpunkt zum Boxenstopp verpasst, könnte im Rennen entscheidend zurückgeworfen werden.

Teamorder: Es darf wieder mit Erlaubnis befohlen werden, wer der Schnellere im eigenen Stall ist. Nach dem Ferrari-Skandal im vergangenen Jahr, hoben die Regelhüter vom Internationalen Automobilverband das jahrelang geltende Verbot auf.

107-Prozentregel: Jeder Fahrer, der im ersten Qualifikations-Abschnitt um sieben Prozent über der schnellsten Runde des Top- Piloten liegt, darf nicht am Rennen teilnehmen. Die Rennkommissare können aber Ausnahmen gewähren, wenn der Fahrer im vorherigen Training eine «angemessene Zeit» gefahren ist.