Brüssel (dpa) - Der Euro kommt nicht zur Ruhe. Portugal ist der nächste Kandidat für Milliardenhilfen. Dabei wollten die EU-«Chefs» die nervösen Finanzmärkte beruhigen. Ein historisches Reformpaket für den Euro ist beschlossen. Für Deutschland wird es teuer.

Portugal, das ärmste Land Westeuropas ist der nächste Kandidat für Milliardenhilfen. Die EU-Staats- und Regierungschefs ließen sich bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel jedoch nicht irritieren und beschlossen eine historisches Paket, um die noch junge Gemeinschaftswährung abzusichern.

Für Deutschland bedeutet dies milliardenschwere Belastungen in den kommenden Jahren. So muss Berlin allein 22 Milliarden Euro in den neuen Rettungsfonds für klammen Eurostaaten einzahlen. Über die Bedingungen wurde bis in die Nacht hinein gefeilscht.

Der portugiesische Ministerpräsident José Socrates trat vor Gipfelbeginn zurück, da er mit einem neuen Sparpaket im Lissabonner Parlament gescheitert war.

Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker sagte dem französischen Nachrichtensender France 24, für Portugal sei die Summe von 75 Milliarden Euro «angemessen» - falls Lissabon Unterstützung beantragen sollte.

Bisher bekommt nur das von einer schweren Bankenkrise erschütterte Irland Milliardenhilfen aus dem Rettungsfonds der Europäer und vom Internationalen Währungsfonds. Griechenland profitiert von einem Extra-Paket.

Die EU-«Chefs» brachten laut Diplomaten nach monatelanger Vorbereitung ein Paket unter Dach und Fach, um den Euro vor weiteren Turbulenzen zu schützen. Defizitsünder werden künftig strenger bestraft. Zudem wollen die 17 Euro-Länder ihre Wirtschaftspolitik abstimmen («Pakt für den Euro»).