Berlin (dpa) - Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi hat einen Hang zu dramatischen Auftritten. Seit Beginn des Aufstandes in seinem Land meldete sich der einstige Putsch-Oberst mit teils skurrilen Äußerungen zu Wort.

Am 22. Februar in einer TV-Ansprache: «Ich werde das Land nicht verlassen. Ich werde als Märtyrer sterben. Ich werde nicht aufgeben. Muammar ist der Führer der Revolution bis ans Ende aller Tage.»

Am 22. Februar in einem vom libyschen Fernsehen übertragenen Video: «Ich wollte mit den jungen (demonstrierenden) Leuten auf dem Grünen Platz (in Tripolis) reden und mit ihnen die Nacht verbringen, doch dann kam der gute Regen. Hiermit zeige ich: Ich bin in Tripolis und nicht (im Exil) in Venezuela. Hört nicht auf die Ansagen der streunenden Hunde!»

Am 1. März in einem Interview internationaler Medien: «Mein ganzes Volk steht zu mir, sie lieben mich. (...) In den Straßen gibt es keine Demonstrationen. (....) Terroristen und Al-Kaida-Kämpfer haben Bengasi übernommen. Ich bin überrascht, dass wir eine Allianz mit dem Westen haben, um gegen Al-Kaida zu kämpfen, und jetzt, wo wir gegen Terroristen kämpfen, werden wir verlassen. (...) Vielleicht wollen sie Libyen besetzen.»

Am 9. März in einer Fernsehansprache über die Rebellen: «Was da geschieht, ist ein Wahnsinn. Sie rekrutieren unsere Kinder, die unreif und schwach sind.»

Am 9. März in einem Interview türkischer Journalisten: «Sie wollen unser Öl haben. Das ist es, was Amerika, was Frankreich, diese Kolonialisten, wollen. Das libysche Volk wird sich gegen sie bewaffnen.»

Am 17. März in einem Interview des Fernsehsenders Russia Today: «Falls der Westen zu mir kommt und sich für seine Fehler entschuldigt, können wir die guten Beziehungen und die Zusammenarbeit im Erdölgeschäft wieder aufnehmen. Priorität bei der Zusammenarbeit werden für uns aber Russland, China und Indien haben. Wir trauen dem Westen nicht mehr.»