Melbourne (dpa) - Mehr als den «knackigen Hintern» seiner «Sexy Kylie» sollen Sebastian Vettels Verfolger nicht zu sehen kriegen. «Unser Ziel ist es, da weiterzumachen, wo wir aufgehört haben und den Schwung mitzunehmen», sagte der Red-Bull-Pilot vor dem Auftaktrennen in Melbourne.

Die Widersacher scharren mit den Hufen: «Wenn man für Ferrari fährt, gibt es kein anderes Ziel, als um die WM zu kämpfen», betonte Fernando Alonso. Und auch Mercedes mit Michael Schumacher, Lotus-Renault und McLaren werden vor dem ersten Saisonlauf am 27. März als WM-Kandidaten gehandelt.

Aber wer macht das WM-Rennen 2011? «Die Situation ist etwas schwierig, weil man nicht weiß, wie wettbewerbsfähig man ist», erklärte Vettel, der als Champion bei seiner Rückkehr ins verregnete Fahrerlager besonders im Fokus stand. Wo er sich auch aufhielt, war der 23-Jährige umringt von Kameras und Mikrofonen.

Am Freitag darf er dann endlich zum ersten Training der neuen Saison in den Wagen steigen, den er kurz vor dem WM-Auftakt seiner Tradition folgend noch taufte: «Kinky Kylie», was übersetzt soviel heißt wie «Sexy Kylie». «Sie hat einen knackigen Hintern, sie ist geschmeidig und schön anzusehen», sagte Vettel - über den RB7.

Vize-Weltmeister Alonso will mit der«Roten Göttin» dagegenhalten. Aber auch der zweimalige Champion erwartet ein «sehr offenes» Titelrennen. «Es ist unmöglich, im Moment die Reihenfolge vorherzusagen. Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt fünf Teams, die um Siege und den Titel mitkämpfen können», urteilte der Spanier.

Die Favoritenrolle aber fällt zunächst wieder Red Bull zu. «Es war ein guter Winter für uns», befand Vettel-Teamkollege Mark Webber vor seinem Heimrennen im idyllischen Albert Park. Knapp dahinter sehen die meisten vor dem Saisonstart Ferrari, doch auch Mercedes wähnt sich mit dem stark verbesserten Silberpfeil in einer guten Position. «Ich sehe eine gute Chance, dass wir um den Platz des zweitschnellsten Teams kämpfen können», meinte Rekordchampion Schumacher. Ziel seiner Comeback-Mission bleibe auch nach dem ernüchternden Vorjahr Titel Nummer acht. «Dafür bin ich hier.»

Komplettiert wird das Quintett der Weltmeister im Feld von den McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button, die 2008 und 2009 die Titel einfuhren. Diesmal jedoch droht ihr launischer Dienstwagen zum Hindernis zu werden. «Wir hoffen, dass wir nicht zu weit zurückliegen», sagte der Brite Hamilton. Für Landsmann Button dürfte es so zumindest schwer werden, zum dritten Mal in Serie in Melbourne zu gewinnen.