Zürich (dpa) - Als sich Ottmar Hitzfeld und Lothar Matthäus das letzte Mal gegenüberstanden, lastete nur der Quotendruck auf ihnen. Hitzfeld kommentierte das Aus des FC Bayern in der Champions League vor gut einer Woche für den TV-Sender Sky, Matthäus war als Experte für Al-Jazeera am Mikrofon.

Am 26. März treffen die beiden ehemaligen Weggefährten nun als Fußball-Nationaltrainer aufeinander. Für Bulgarien und die Schweiz kommt es in der EM-Qualifikation zum «Showdown in Sofia». Die Teams sind schlecht gestartet, es zählen nur noch Siege.

Für Hitzfeld ist das Gipfeltreffen in Gruppe G vor allem wegen des Wiedersehens mit seinem ehemaligen Spieler Matthäus etwas Besonderes. «Es ist schon speziell, und ich freue mich auch auf diese Begegnung», sagte der Coach der Eidgenossen der Nachrichtenagentur dpa. «Aber die Partie lautet nicht Matthäus gegen Hitzfeld, sondern Bulgarien gegen die Schweiz».

Der frühere Bayern-Coach bezeichnete das Duell sogar als wegweisend. «Es ist der Auftakt zu einer Serie von 'Endspielen' für die Schweiz. Wir brauchen die drei Punkte», sagte der 62-Jährige, der erst vor rund zwei Wochen seinen Vertrag bis 2014 verlängert hatte.

Zwei Jahre, von 1998 bis 2000, war Matthäus beim deutschen Rekordmeister FC Bayern Spieler unter Hitzfeld. In diese Zeit fielen Höhepunkte, wie die mit klarem Abstand gewonnene Meisterschaft 1999 - aber auch Tiefschläge, wie die schmerzhafte Niederlage im selben Jahr gegen Manchester United im Herzschlagfinale der Champions League.

Matthäus beschäftigt jetzt nur die Zukunft. Der 50-Jährige coacht sein erstes Heimspiel auf bulgarischem Boden. Bei seiner Vorstellung als Nationaltrainer im September 2010 von den Medien als «Messias» gefeiert, müssen die Bulgaren bei einer Pleite die EM schon fast abhaken. Wie die Schweiz hat der WM-Vierte von 1994 nach drei Partien nur drei Zähler auf dem Konto. Montenegro liegt mit zehn Zählern auf Platz eins, hat aber als einziges Team bereits vier Partien absolviert. England rangiert direkt dahinter mit sieben Punkten.

Trotz der prekären Lage freut sich Matthäus auf die brisante Partie. «Ottmar ist einer der erfolgreichsten Trainer der Welt, wir haben gemeinsam ein paar sehr wichtige Erfolge errungen. Er ist für die bulgarischen Zuschauer auch ein Grund, ins Stadion zu kommen», wird Matthäus auf der Homepage des Schweizer Fußballverbandes (SFV) zitiert.