Bonn/New York (dpa) - Die Deutsche Telekom sucht nach einer Lösung für ihr angeschlagenes US-Mobilfunkgeschäft. «Generell stehen uns in den USA alle Optionen offen», sagte Finanzvorstand Tim Höttges am Dienstag in Bonn.

Er nannte als Möglichkeiten eine Partnerschaft, einen Börsengang, einen teilweisen oder ganzen Verkauf der Tochter oder einer Netzkooperation. «Unter Druck stehen wir dabei nicht. Wir wollen die beste Lösung.»

Höttges reagierte mit seinen Aussagen auf einen Bloomberg-Bericht, wonach die Telekom ihre Tochter T-Mobile USA an den amerikanischen Wettbewerber Sprint Nextel abgeben könnte - im Gegenzug für eine nennenswerte Beteiligung. Demnach hat es wiederholt Gespräche über einen Zusammenschluss gegeben. «Spekulationen kommentieren wir nicht», erklärte Höttges. Auch Sprint lehnte einen Kommentar ab.

T-Mobile USA ist die Nummer vier auf dem US-Mobilfunkmarkt und eines der Sorgenkinder des Konzerns. Das einst blühende Tochterunternehmen verzeichnete zuletzt einen Kundenschwund. Viele Nutzer beschweren sich über eine unzureichende Netzabdeckung und wanderten zu den größeren Anbietern ab.

Sprint Nextel ist die Nummer drei. Auch Sprint hat es schwer, gegen die beiden Branchengrößen Verizon und AT&T zu bestehen. Deren Netz ist vor allem auf dem Land deutlich besser ausgebaut; zudem bieten sie als Einzige das Kulthandy Apple iPhone an. Im vergangenen Jahr weitete sich der Verlust von Sprint Nextel auf 3,5 Milliarden Dollar aus (2,5 Mrd Euro) aus.

Börsianer begrüßen deshalb ein Zusammengehen mit T-Mobile USA. Die Aktie der Telekom legte in freudiger Erwartung bis zum Nachmittag um 3 Prozent zu und war damit der klare Tagessieger in einem ansonsten eher verlustreichen Leitindex Dax. Die Papiere von Sprint Nextel sprangen im frühen New Yorker Handel sogar um 7 Prozent hoch.

Allerdings ist vollkommen unklar, ob es zu dem Geschäft kommt. Seit drei Jahren kochen die Spekulationen über eine Verbindung zwischen T-Mobile USA und Sprint Nextel immer wieder hoch.