Lübeck (dpa) - Der Sozialphilosoph Oskar Negt erhält den erstmals verliehenen und mit 10 000 Euro dotierten August-Bebel-Preis. Der 76-Jährige werde für sein Lebenswerk geehrt, teilte die 2010 von Literaturnobelpreisträger Günter Grass gegründete August-Bebel-Stiftung am Dienstag in Lübeck mit.

Der Preis solle Menschen, «die sich ähnlich August Bebel um die deutsche soziale Bewegung verdient gemacht haben, fördern und im nationalen Gedächtnis verankern».

Negt habe immer wieder in dem Sinne gewirkt, zuletzt mit seinem 2010 erschienenen Buch «Der politische Mensch». Der Preis wird am 21. März im Berliner Willy-Brandt-Haus überreicht. Die Laudatio hält der SZ-Journalist Heribert Prantl. Negt gilt neben Jürgen Habermas als einer der führenden Soziologen und Sozialphilosophen in Deutschland.

Negt, 1934 in Kapkeim/Ostpreußen geboren, studierte Philosophie und Soziologie bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in Frankfurt am Main, wo er auch promovierte. 1970 wurde er auf den Lehrstuhl für Soziologie der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover berufen. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002. Negt ist eng verbunden mit der Gewerkschaftsbewegung.

Künftig soll der Preis alle zwei Jahre vergeben werden. August Bebel (1840-1913) war gemeinsam mit Wilhelm Liebknecht Begründer der deutschen Sozialdemokratie. Sitz der privaten, parteiunabhängigen August-Bebel-Stiftung ist Lübeck.

August-Bebel-Preis