Dortmund (dpa) - Zweite Stilart beendet, zweite EM-Medaille gewonnen: Die deutschen Ringer liegen bei der Europameisterschaft in Dortmund voll im Soll. Yvonne Englich von der RSV Hansa Frankfurt/Oder holte die zweite Medaille für Deutschland.

Die 31-Jährige gewann im «kleinen Finale» der 67- Kilogramm-Kategorie gegen die Spanierin Aurora Fajaro Prieto souverän mit einem Schultersieg in der zweiten Kampfrunde. «Ich bin überglücklich, mir fehlen fast die Worte», sagte Englich, die nun ihren Mann Mirko ins EM-Rennen schickt. Der Olympia-Zweite von Peking im griechisch-römischen Stil soll die Erfolgsquote am Wochenende nach oben schrauben. «Der Kampf war super, ihre offensive Art ist ihre Stärke», sagte Bundestrainer Helmdach.

Für die beiden anderen deutschen Starterinnen, Maria Müller aus Altenburg (72 kg) und Aline Flocken aus Krefeld (63 kg), war das Turnier vorzeitig beendet. «Maria hatte eine Riesenchance, sie aber nicht genutzt», meinte Helmdach. Die erste Medaille für den Deutschen Ringer-Bund (DRB) hatte der drittplatzierte Freistilringer Saba Bolaghi (66 kg) gewonnen.

Der Weg ins Finale war für Englich kurz, denn im 67-Kilogramm- Limit traten nur elf Athletinnen an. In der ersten Runde profitierte sie von einem Freilos, im Viertelfinale gelang Englich dann ein Sieg durch Schulterwurf gegen die Russin Darimamit Sanscheewa. Im Halbfinale wurde sie dann aber von der Ukrainerin Alina Makhynia mit 0:3, 3:2 und 2:2 ausgebremst.

Beinahe hätte auch Müller um eine Medaille gekämpft, doch die 25-Jährige aus Altenburg scheiterte in der Hoffnungsrunde an der Polin Agnieszka Wieszczek mit 1:1 und 0:2. Direkt nach dem Kampf floh die angehende Polizeikommissarin enttäuscht aus der Dortmunder Westfalenhalle in ihr Hotelzimmer und kam erst zum Anfeuern für Englich zurück in die Arena.

Auch Flocken war nach ihrem frühen Aus enttäuscht. Für die 20-Jährige aus Krefeld war die EM bereits nach der Qualifikation vorbei. Sie verlor ihren ersten Kampf gegen die Rumänin Mihaela Panait mit 0:2 und 0:1. «Ich war sehr nervös, wahrscheinlich weil ich bei der EM im eigenen Land allen was Beweisen wollte», sagte Flocken.