München (dpa) - Im Kampf gegen die finanzielle Pleite und den sportlichen Zwangsabstieg hofft Fußball-Zweitligist TSV 1860 München auf einen erlösenden Befreiungsschlag in der Nachspielzeit.

«Wir arbeiten unter Hochdruck weiter an einem tragenden Konzept», berichtete Geschäftsführer Robert Schäfer. Vorschnelle Meldungen über eine Rettung musste der Club dementieren, die Lage bleibt dramatisch. «Es gibt noch keine endgültige Lösung für die wirtschaftliche Notsituation», hieß es in einer Pressemitteilung.

Die «Löwen» benötigen kurzfristig mehr als zehn Millionen Euro an frischem Kapital, um die drohende Insolvenz und eine damit verbundene Rückstufung ins Amateurlager abzuwenden. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Rettung wurde am Freitag gemacht. Fristgerecht seien die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die laufende Saison verlangten Auflagen eingereicht worden, teilte Schäfer am Nachmittag mit.

Dabei handelt es sich um einen Liquiditätsnachweis in Höhe von angeblich 1,75 Millionen Euro. Mit dem Nachweis entgingen die «Löwen» einem Punktabzug von neun Zählern. Wegen Verstößen im Lizenzierungsverfahren sind 1860 in der laufenden Spielzeit bereits von der DFL zwei Zähler abgezogen worden. Schäfer teilte weiter mit, dass die Spielergehälter für den Monat März angewiesen seien: «Somit können die Gespräche zum Abschluss einer tragfähigen Gesamtlösung zu Ende geführt werden».

Die Rettungsbemühungen von Präsident Dieter Schneider & Co. laufen offenbar weiterhin in verschiedene Richtungen. Nach «Süddeutscher Zeitung» (SZ) ist bei den Rettungsplänen auch der Einstieg eines arabischen Investors aus dem Emirat Abu Dhabi im Gespräch. Dieser könnte für einen zweistelligen Millionenbetrag bis zu 49 Prozent der Anteile an der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA erwerben. Mehr lässt die sogenannte «50+1-Regel» der DFL nicht zu, weil im deutschen Profifußball die Vereine stets die Mehrheit behalten müssen.

Seit einem dramatischen öffentlichen Rettungsappell der «Löwen»-Bosse vor zwei Wochen werden immer neue Rettungspakete diskutiert sowie Ängste und Hoffnungen geschürt. Es werden nach wie vor auch Lösungen mit Hilfe verschiedener Banken und dem Lokalrivalen FC Bayern gehandelt. Der deutsche Rekordmeister will seinen ungeliebten Arena-Mieter, dem er schon Zahlungen in Millionenhöhe gestundet hat, aus Eigennutz nicht verlieren.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß würde auch einen Investoreneinstieg begrüßen: «Wenn das jetzt klappen sollte, wäre endlich mal ein einziger Geldgeber da», sagte Hoeneß der «SZ». 1860 müsste sich dann nicht mehr mit zahlreichen Gläubigern herumschlagen, sondern könnte «endlich mal die Zukunft planen». Die «Bild»-Zeitung berichtete von einer Rettung durch den Einstieg eines europäischen Wettanbieters.