Rosenheim (dpa) - Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) kommt auf der Suche nach einem Nachfolger für Bundestrainer Uwe Krupp offenbar voran. Mit Kandidaten sei bereits verhandelt worden, bestätigte Verbandspräsident Uwe Harnos beim Länderspiel der DEB-Auswahl gegen Österreich (7:0) in Rosenheim.

Dabei deutete Harnos eine Überraschungslösung an: «Es gab schon Gespräche, aber nicht mit Personen, die in der Zeitung standen.» Neben dem früheren Schweizer Trainer Ralph Krueger - derzeit in der NHL tätig - galt Mannheims Coach Harold Kreis als heißester Anwärter auf den Job. Kreis solle aber weiterhin als Assistent an der Bande der Nationalmannschaft stehen, kündigte Harnos an. Dies sei auch mit dessen Arbeitgeber Adler Mannheim so besprochen. Kreis ist seit Frühjahr 2010 Assistent von Krupp, der im Sommer zu den Kölner Haien in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) wechselt.

Die Auswahl an Kandidaten für die Krupp-Nachfolge sei klein, vor allem, «wenn man sich die Fußstapfen ansieht, die Uwe hinterlässt», sagte Harnos. Die infrage kommenden Coaches «kann man an einer Hand abzählen». Zugleich bekräftigte der DEB-Boss, den neuen Trainer erst nach der Weltmeisterschaft in der Slowakei vom 29. April bis 15. Mai präsentieren zu wollen. Damit will er unnötige Störfeuer um die deutsche Auswahl bei dem Turnier in Bratislava vermeiden.

Bei der Personalie des DEB-Sportdirektors fordert Harnos dagegen eine schnelle Entscheidung. Franz Reindls Vertrag läuft im Juni aus, zuletzt deutete vieles auf eine Trennung hin. Nun sagte Harnos aber: «Ich gehe davon aus, dass wir uns auf eine weitere vertragliche Zusammenarbeit einigen.» Der Präsident will das Thema schnell vom Tisch haben und erwartet eine Entscheidung in der nächsten Woche.

Der Sportdirektor wollte sich dazu nicht äußern. Zuletzt gab es vermehrt Spekulationen, Reindl könnte Olympia-Funktionär werden, sollte München die Winterspiele 2018 erhalten. Dies wird aber erst am 6. Juli vom IOC entschieden. So lange will Harnos nicht warten.