Dortmund (dpa) - Mehr Vorfreude als Bedenken - einen Tag nach dem Fund von Sprengsätzen in der Nähe des Dortmunder Fußball-Stadions bemühten sich alle Beteiligten um eine Rückkehr zur Normalität.

Wie von der BVB-Führung und der Polizei gewünscht, rückten die sportlichen Aspekte des Spitzenspiels zwischen Dortmund und Hannover wieder in den Vordergrund. Wie zuvor Vereinspräsident Reinhard Rauball versuchte auch der BVB-Fanbeauftragte, letzte Sorgen um die Sicherheit zu zerstreuen. «Es wird das wohl sicherste Spiel, das es in Dortmund je gegeben hat», sagte Jens Volke der Nachrichtenagentur dpa.

Trotz der besorgniserregenden Nachrichten über einen vom Bundeskriminalamt vereitelten Anschlag geht Volke davon aus, dass sich kein Zuschauer abschrecken lässt: «Wir hatten nicht eine E-Mail und nicht einen Anruf eines verunsicherten Karteninhabers.»

In einem Treffen zwischen Vereinsvertretern und der Dortmunder Polizei wurde über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für das Duell des Tabellenführers gegen den Dritten am Samstag diskutiert. Zu Ergebnissen dieser Besprechung wollte sich der Verein nicht äußern. «Wir haben nicht vor zu sagen, ob wir beispielsweise mehr Hunde einsetzen oder die Kontrollen am Eingang verschärfen. Das wäre doch kontraproduktiv», kommentierte BVB-Sprecher Josef Schneck.

Dass die Polizei am Tag zuvor mit mehr als 100 Beamten das Gelände rund um das größte Bundesliga-Stadion abgesucht hatte, bekamen die Profis auf dem einige Kilometer entfernten Trainingsgelände nur am Rande zu spüren. Ihre ganze Konzentration galt ohnehin der Vorbereitung auf das schwere Spiel gegen die Überraschungsmannschaft aus Hannover.

Nach zuletzt zwei sieglosen Partien des BVB hofft die Konkurrenz auf einen Einbruch der Himmelsstürmer. Obwohl der Vorsprung der Borussia binnen zwei Spieltagen von zwölf auf sieben Punkte geschrumpft ist, hat Trainer Jürgen Klopp bei seinen Profis keine Nervosität ausgemacht: «Ich habe schon von weitaus schlimmeren Krisen gehört und zu hundert Prozent das Gefühl, dass wir die richtigen Maßnahmen ergreifen.»

Ähnlich unwirsch wie Klopp reagierte Neven Subotic auf das Gerede von einer einsetzenden Nervenschwäche der Mannschaft. «Wir knicken im Meister-Finale nicht ein. Wir haben immer bewiesen, dass wir auch als junge Truppe mit Druck umgehen können», sagte der Manndecker der «Bild».