Bremen (dpa) - Es könnte für die insolvente Bremer Beluga-Gruppe einen Neustart bedeuten: Am kommenden Montag soll das Kerngeschäft, der Transport von Ladung, wieder aufnommen werden. Damit sei ein Anfang gemacht, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Edgar Grönda am Freitag in Bremen.

«Es ist ein erster Baustein, ich hoffe, dass sich daraus was entwickelt.» Medien hatten zuvor berichtet, dass Beluga mit einer verkleinerten Flotte und weniger Mitarbeitern die Geschäfte fortsetzen werde. Etwa 15 direkt zur Beluga-Flotte gehörende Schiffe würden zunächst ihre Reisen beenden, sagte Grönda. Einige lägen zurzeit auf Reede vor Anker. Auch neue Ladung solle verschifft werden. «Im Auftragsbuch ist ein Grundstock vorhanden.» Mit den potenziellen Kunden müsse gesprochen werden.

Die Finanzierung sei gesichert. Es gebe mit dem US-Finanzinvestor Oaktree, mit 49,5 Prozent Hauptanteilseigner der Beluga, eine Absichtserklärung. «Wir kommentieren das nicht», hieß es aus dem Hause Oaktree. Nach Angaben von Grönda gibt es positive Signale, dass gecharterte Schiffe zurückkehrten. Mit der Krise hatten Gesellschaften ihre an Beluga vercharterten Schiffe abgezogen. In Hochzeiten fuhren mehr als 70 Schiffe für die Reederei.

Wie es mit den vielen Tochtergesellschaften weitergehen kann, ist noch völlig offen. Und Grönda schließt nicht aus, dass noch weitere Insolvenzanträge folgen. Doch nicht nur die 600 Beschäftigten der Beluga-Gruppe bangen um ihren Arbeitsplatz. Mit der Zahlungsunfähigkeit wurden auch etliche Kultur- und Ausbildungseinrichtungen in den Strudel gerissen. Einige mussten ebenfalls Antrag auf Insolvenz stellen.