Berlin (dpa) - Das schlechte Abschneiden der FDP bei den Landtagswahlen vom Sonntag hat nicht nur Parteichef Guido Westerwelle beschädigt. Drei Leute stehen vor allem in der Kritik. Aber so wie es Verlierer gab, gab es auch Gewinner:

Die Verlierer:

GUIDO WESTERWELLE (49), FDP-Chef, Vizekanzler und Außenminister, hat die Liberalen aus der Opposition heraus mit einem Rekordergebnis von 14,6 Prozent in die Bundesregierung gebracht. Kurz danach aber begann der Stern Westerwelles von Landtagswahl zu Landtagswahl zu sinken. Zudem blieben die Erfolge in der Regierungsarbeit für die FDP lange Zeit aus.

Zur Jahreswende 2010/2011 erreichte der Widerstand in der Partei gegen den Vorsitzenden einen ersten Höhepunkt. Wahlkämpfer in den Ländern wollten auf seine Unterstützung verzichten. «Opposition kann er», hieß es damals bereits, «Regieren nicht». Westerwelle, der selbst auch nicht immer zimperlich mit seinen Amtsvorgängern umsprang, gelang es kurzzeitig, die Unruhe in der Partei einzudämmen. Personalentscheidungen wollte er auf den 11. April und den Parteitag im Mai verschieben. Doch nach dem Aus der FDP in den Landtagen von Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz sowie dem knappen Ergebnis in Baden-Württemberg war die Unruhe in der Partei sofort wieder da. In aller erster Linie wurde dem FDP-Chef das Desaster angelastet.

BIRGIT HOMBURGER (45), Vorsitzende der Bundestagsfraktion und Landesvorsitzende der baden-württembergischen FDP. Sie wollte nicht das Bauernopfer sein, und hatte dies nach der Wahl auch sofort deutlich gemacht. Homburger gilt als klassische Berufspolitikerin, sie ist bereits seit 1990 im Bundestag. Seit anderthalb Jahren steht sie als erste Frau an der Spitze der Fraktion.

Mit Fleiß, Sachkenntnis und einer gehörigen Portion Organisationstalent hat sie ihren zerstrittenen Landesverband befriedet und auch die Bundestagsfraktion nach außen halbwegs geschlossen gehalten. Sie arbeitet nach eigener Darstellung sehr effizient mit dem Fraktionsvorsitzenden des Koalitionspartners CDU/CSU, Volker Kauder, zusammen. Unter den Abgeordneten ist sie dennoch umstritten, weil ihre Außendarstellung als schwach gilt.

RAINER BRÜDERLE (65), Parteivize, Bundeswirtschaftsminister und Vorsitzender der rheinland-pfälzischen FDP: Als «Mister Mittelstand» eine der prägenden Figuren der Freidemokraten. Geboren in Berlin, aber bestens verwurzelt in Rheinland-Pfalz. War in Mainz auch schon Wirtschaftsminister sowie Vize-Ministerpräsident.