Duisburg (dpa) - Von einer vermeintlich guten Ausgangslage für die Fußballerinnen von Turbine Potsdam wollte Trainer Bernd Schröder nach dem 2:2 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim Dauerrivalen FCR Duisburg nichts wissen.

«Dieses Ergebnis ist kein Ruhekissen, im Rückspiel wird es nochmals eng zur Sache gehen», meinte der Turbine-Coach. Eine Woche vor der zweiten Partie am Sonntag in Potsdam präsentierten sich beide Teams auf Augenhöhe. Für Duisburg führt der Weg zur erneuten Teilnahme an der «Königsklasse» nur über einen Sieg im Endspiel am 26. Mai in London. Titelverteidiger Potsdam hat die Qualifikation durch den Gewinn der deutschen Meisterschaft sicher. Turbine warf die Duisburgerinnen bereits 2010 im Halbfinale aus dem Wettbewerb.

Doch diesmal ist kein Favorit auszumachen. FCR-Trainer Marco Ketelaer konnte dem Remis trotz der beiden Gegentore einige positive Aspekte abgewinnen: «Vor einem Jahr hatten wir das Hinspiel 1:0 gewonnen, danach fehlte die Anspannung, und wir hatten ein böses Erwachen.» Diesmal erwartet er eine konzentriertere Vorstellung.

Am Samstag waren vor 3260 Zuschauern Isabel Kerschowski (15. Minute) mit einem Freistoß aus 25 Metern und Yuki Nagasato (35.) für Potsdam erfolgreich. Duisburg kam durch Inka Grings (32.) und Jennifer Oster (42.) jeweils zum Ausgleich. «Alle Fehler kannst du nie vermeiden. Wir haben aber Charakter gezeigt, das ist ein wichtiges Signal für das Rückspiel», meinte Nationalstürmerin Grings. «Wir sind bereit und wollen Potsdam einen großen Kampf liefern», erklärte Alexandra Popp, die beide FCR-Tore vorbereitete.

Es war ein offener Schlagabtausch mit viel Kampf und guten Kombinationen. «Nach der 1:0-Führung waren wir gut im Spiel, aber dann haben wir uns durch dumme Abwehrfehler selbst aus dem Rhythmus gebracht», schimpfte Schröder. Bei einem Lattentreffer (90.) verpasste Fatmire Bajramaj eine noch bessere Ausgangslage für Turbine, das im Rückspiel auf die gesperrte Bianca Schmidt verzichten muss. Beim FCR steht Nationalspielerin Simone Laudehr nach Gelbsperre wieder zur Verfügung. «Mir ihr haben wir im Mittelfeld noch mehr Optionen», meinte Ketelaer.

Im zweiten Halbfinal-Hinspiel der Champions League setzte sich Olympique Lyon mit 2:0 gegen Arsenal London durch.