Köln (dpa) - Mit großer Begeisterung ist in Köln der erste Teil der szenischen Opern-Uraufführung «Sonntag» von Karlheinz Stockhausen aufgenommen worden. Die Oper stammt aus Stockhausens Mammut-Opernzyklus «Licht», der aus sieben Opern und 29 Stunden Musik besteht.

Das Werk, das Stockhausen (1928-2007) im Jahr 2003 vollendete, galt bislang als unaufführbar, da allein die technischen Anforderungen mit zwei parallel zu bespielenden Räumen jedes normale Opernhaus sprengen. In Köln wurde das Opern-Spektakel daher am Samstagabend im Staatenhaus auf dem Messegelände gezeigt. Der zweite Teil folgt am Sonntagabend.

Fast 26 Jahre lang arbeitete der Kölner Komponist an seinem «Licht-Zyklus», der sich den sieben Wochentagen widmet und jedem Tag ein zentrales Thema zuordnet. «Sonntag» ist der letzte Teil und zugleich der rituelle Höhepunkt, denn es geht es um die Verehrung Gottes.

Dabei wird die szenische Gestaltung zu einem Erlebnis. Die Oper spielt in zwei jeweils 5000 Quadratmeter großen Hallen. Die ersten beiden Szenen werden in einem runden weißen Raum gezeigt. In «Lichter - Wasser» ist das Orchester im ganzen Raum verteilt. In der Mitte steht ein Projektionsbaum, an dem unter der Decke riesige bewegliche Karbonflügel hängen. Im zweiten Bild «Engel-Prozession» dagegen bespielen in Kutten gewandete Chorgruppen mit rituellen Gesten und archaischen Gesängen den Raum.

In der dritten Szene «Licht-Bilder» muss das Publikum schließlich in den zweiten Raum wechseln: Er ist mit schwarzen Stoffen, ansteigender Tribüne und Guckkastenbühne ausgestattet. Dort werden 3D-Brillen verteilt, die aus Franc Aleus starken Video-Bildern eine plastische Raumerfahrung machen.