Hamburg (dpa) - Im Ringen um die Zukunft der staatlich gestützten WestLB treiben die Eigentümer einem Pressebericht zufolge wenige Tage vor Ablauf einer Frist der EU-Kommission den Verkaufsprozess für die Landesbank voran.

Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» (Mittwoch) sollen die Verträge nun schon Ende Juni unterschriftsreif sein. «Wir haben alle Zeitpläne noch einmal neu erfasst», hieß es am Dienstag in Eigentümerkreisen.

Ursprünglich hatte es geheißen, es werde bis Ende August mit dem Unterzeichnen der Verträge gerechnet. Da EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia das Beihilfeverfahren nun schon vor der Sommerpause abschließen wolle, werde man den Verkauf mit umso mehr Hochdruck vorantreiben, hieß es.

Laut einer früheren EU-Auflage muss der Kaufvertrag bis Ende August unterschrieben und bis Jahresende abgeschlossen sein. Einen Termin für verbindliche Gebote gibt es jedoch noch nicht. «Wir müssten erst abwarten, was Almunia nach dem Freitag entscheidet», hieß es weiter.

Almunia verlangt bis zu diesem Freitag einen konkreten Plan der deutschen Behörden für das Ende der WestLB. Wenn es keinen akzeptablen Restrukturierungsplan gebe, werde die Kommission beginnen, die Beihilfen zurückzufordern, drohte Almunia jüngst.

Derzeit arbeiten die Eigner neben dem Verkaufsprozess noch an einem Konzept, die WestLB zu einem Sparkassendienstleister zu verkleinern. Diese Verbundbank sollen zur Hälfte die NRW-Sparkassen mit dem nötigen Kapital von einer Milliarde bis 1,5 Milliarden Euro ausstatten, die andere Hälfte müsste der Rest der deutschen Sparkassenfamilie aufbringen.