Radolfzell (dpa) - Der Wäschehersteller Schiesser verschiebt seinen für das zweite Quartal geplanten Börsengang auf das Jahresende. Das Unternehmen wolle sich «etwas mehr Zeit geben und abwarten, inwieweit die Kapitalmärkte die aktuellen Neuemissionen aufnehmen», teilte die Schiesser AG mit.

Als neuer Termin sei Ende November oder Anfang Dezember geplant, hieß es bei dem Hersteller für Wäsche, Sport- und Bademoden auf Nachfrage. Das Unternehmen stehe nicht unter unmittelbarem Druck, den Börsengang jetzt durchzuführen, betonte Vorstandssprecher Rudolf Bündgen. «Durch die bedauerlichen Ereignisse in Japan, aber auch im Nahen Osten und Nordafrika erwarten wir in den nächsten Wochen eine weiterhin volatile Börse und damit nicht die Verhältnisse, die wir für eine erfolgreiche Börsenplatzierung schon im Interesse unserer Investoren wollen», erklärte er. Mit dem für den Sommer geplanten neuen Marktauftritt wolle Schiesser nun erst einmal sein Potenzial unter Beweis stellen.

Das 1875 gegründete Unternehmen mit Sitz in Radolfzell am Bodensee (Kreis Konstanz) hatte im Februar 2009 Insolvenz angemeldet. Hauptgrund waren unrentable Lizenzverträge für fremde Marken wie Tommy Hilfiger oder Puma. Inzwischen ist Schiesser aus der Mehrzahl dieser Fremdfertigungsverträge wieder ausgestiegen. Die Belegschaft wurde reduziert. Bereits 2009 kehrte Schiesser wieder in die Gewinnzone zurück. Im März sagte das Unternehmen die geplante Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Modemacher Wolfgang Joop ab.