Köln (dpa) - Der Autobauer Toyota fährt wegen der Erdbeben-Katastrophe in Japan seine Produktion in Europa herunter. In fünf Werken werde die Fahrzeugproduktion im April und im Mai an einigen Tagen vorübergehend gestoppt, teilte das japanische Unternehmen mit.

Grund seien Engpässe bei Zulieferteilen. Als Folge könne es hierzulande bei der Auslieferung von Neufahrzeugen zu Verzögerungen kommen. «Unser Puffer ist durch», sagte eine Sprecherin von Toyota Deutschland am Mittwoch in Köln.

«Wenn ein Kunde jetzt ein Fahrzeug bestellt, das noch nicht vorrätig ist, muss er mit Verzögerungen rechnen. Wie lang die sein werden, wissen wir noch nicht.» Gleiches gelte für Fahrzeuge, die von Japan nach Europa verschifft werden.

Der tageweise Produktionsstopp betreffe zwei Motorenwerke in Wales und Polen sowie Produktionsstätten in Frankreich, der Türkei und England. Die Bänder sollen an acht Tagen zwischen dem 21. April und 2. Mai stillstehen. Allerdings sei in einigen Werken wegen der Osterfeiertage ohnehin an einzelnen Tagen produktionsfrei.

Nach Angaben der Sprecherin wurden im vergangenen Jahr 77 Prozent der in Deutschland verkauften Autos in Europa produziert. Dort baut Toyota die Modelle Yaris, Auris, Avensis und Verso. Der Kleinwagen Aygo wird in einem tschechischen Werk gefertigt, in dem die Produktion normal weiterläuft.

«Die Zulieferbetriebe in Japan beginnen gerade nach und nach, ihren Betrieb wieder aufzunehmen», teilte Toyota mit. Die europäischen Werke hätten zunächst noch keine Engpässe gehabt, weil die Schiffe mit den Zulieferteilen aus Japan fünf bis sechs Wochen unterwegs seien, erläuterte die Sprecherin. «Jetzt macht sich's langsam bemerkbar.» Nachschubprobleme gebe es unter anderem bei Elektronik-Bauteilen sowie bei Gummi- und Plastikteilen.

Mit den Produktionsanpassungen verschaffe Toyota den Zulieferern Zeit, ohne die Versorgung der Kunden mit Neufahrzeugen ganz zu unterbrechen. Über den Mai hinaus seien noch keine Entscheidungen getroffen worden. Bei der Belieferung von Werkstätten mit Toyota-Ersatzteilen gebe es bislang noch keine Probleme.