Washington (dpa) - Auch nach Beginn der globalen Konjunkturerholung ist das Weltfinanzsystem aus Sicht des Internationalen Währungsfonds noch nicht über den Berg.

Zwar habe sich die Lage in den vergangenen zwölf Monaten gebessert, heißt es in dem am Mittwoch vorgelegten IWF-Bericht zur Stabilität der globalen Finanzmärkte. Regierungen und Bürger in den von der Krise am schwersten getroffenen Industriestaaten seien aber immer noch hoch verschuldet, während sich der Finanzsektor und die Gesamtwirtschaft der Länder nicht im Gleichschritt erholt hätten.

Vor allem in einigen anfälligen Staaten der Euro-Zone sei in den nächsten Monaten die Versorgung von Banken und Staatskassen mit Mitteln die wichtigste Aufgabe, so der Bericht. Multilaterale Rettungsschirme sollen «ausreichend flexibel und mit Geld ausgestattet sein», um einen geordneten Schuldenabbau zu ermöglichen.

In vielen Industriestaaten sei das Vertrauen in das Bankensystem noch nicht wieder zurückgekehrt, stellt der Bericht fest. Um in der Euro-Zone das Vertrauen der Märkte wiederherzustellen und eine zu große Abhängigkeit von Zentralbank-Geld zu verringern, müssten die Bankbilanzen «in erheblichem Maße» weiter gestärkt werden.

In den USA lasteten unterdessen ein weiter angeschlagener Immobilienmarkt, Überbleibsel der Hypothekenkrise und Zwangsversteigerungen auf dem Bankensystem, befindet der Weltwährungsfonds. In der Folge fließen Kredite nur spärlich, während auch der Hypothekenmarkt nicht in Schwung kommt.

IWF