Schaumburg (dpa) - Der Telekom-Ausrüster Nokia Siemens Networks kommt der Übernahme der Motorola-Netzwerksparte einen entscheidenden Schritt näher.

Der chinesische Konkurrent Huawei gibt seinen erbitterten Widerstand gegen den Milliardendeal auf. Motorola und Huawei gaben am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung bekannt, dass sie ihre gegenseitigen Klagen zurückziehen.

Huawei hatte Motorola seit 2000 Netzwerkprodukte geliefert, die die Amerikaner dann unter eigenem Namen weiterverkauften. Die Chinesen wollten verhindern, dass Firmengeheimnisse in die Hände des europäischen Konkurrenten Nokia Siemens Networks (NSN) fallen. Nun heißt es, Nokia Siemens werde auch vertrauliche Informationen von Huawei zur Wartung von Motorola-Technik nutzen dürfen.

Der chinesische Konzern gehört zu den schärfsten Rivalen von NSN. Laut Medienberichten war Huawei selbst an dem Motorola-Netzwerkbereich interessiert.

Nach Klage von Huawei wird der 1,2 Milliarden Dollar schwere Verkauf der Motorola-Sparte derzeit noch vertieft von chinesischen Wettbewerbshütern geprüft. Sie räumten sich dafür Anfang März bis zu 60 Tage Zeit ein.

Motorola hatte keine Verwendung für seine Netzwerksparte mehr, nachdem sich der Traditionskonzern in einen Privatkunden- und einen Firmenkunden-Teil aufspaltete.

Mitteilung Motorola und Huawei