Stuttgart (dpa) - Bosch drückt nach einem Milliardengewinn im Jahr 2010 bei der Entwicklung des Elektroantriebs kräftig aufs Gas. Der weltgrößte Autozulieferer wolle bis 2013 mit 20 Projekten zur Elektromobilität bei zwölf Autoherstellern in Serie gehen, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Donnerstag.

Jährlich 400 Millionen Euro wende der Technologiekonzern für die Zukunft des E-Antriebs auf. Rund 800 Ingenieure seien dafür im Einsatz. Bosch hatte erst vor wenigen Tagen verkündet, in seinem Jubiläumsjahr zum 125-jährigen Bestehen des Unternehmens zusammen mit dem Premiumhersteller Daimler ein Gemeinschaftsunternehmen für die Entwicklung und Produktion von Elektromotoren zu gründen.

Fehrenbach verspricht sich von der in dieser Form bislang einmaligen Allianz eines Autozulieferers mit einem Hersteller viele Kosten- und Know-how-Vorteile. Konflikte mit Kunden oder anderen Herstellern befürchtet der Manager nicht. Um Erfolg zu haben, müssten aber sehr schnell ausreichende Stückzahlen erreicht werden.

Bosch und Daimler wollen mit ihrem Projekt 2012 an den Start gehen. Die zusammen entwickelten und gebauten Elektromotoren sollen auch an andere Autobauer verkauft werden. Der Vertrieb läuft über Bosch. Wie viel Geld die Stuttgarter in das Gemeinschaftsunternehmen stecken, blieb offen. Insgesamt will der Autozulieferer in diesem Jahr aber mehr als sieben Milliarden Euro für Investitionen ausgeben, davon fließen mehr als vier Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung.

Nach dem kräftigen Anziehen der Autokonjunktur und einer Rückkehr in die Gewinnzone peilt Bosch für 2011 einen Rekordumsatz von mehr als 50 Milliarden Euro an. Alle drei Geschäftssegmente seien stark ins Jahr gestartet, begründete Fehrenbach den positiven Ausblick. Die Erlöse lägen im ersten Quartal um 15 Prozent über dem Vorjahr. Auch beim Gewinn wollen die Stuttgarter wieder zulegen. «Das Ziel von Bosch ist es, weiterhin eine Rendite vor Steuern von sieben bis acht Prozent vom Umsatz zu erreichen», erklärte der Manager.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Bosch einen Nettogewinn von 2,5 Milliarden Euro. Im Krisenjahr 2009 war Bosch erstmal in der Nachkriegsgeschichte in die roten Zahlen gerutscht und verbuchte unterm Strich einen Verlust von 1,21 Milliarden Euro. Vor Steuern stand 2010 ein Ergebnis von 3,5 (2009: minus 1,19) Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 47,3 Milliarden Euro. Vor allem der wichtige Geschäftsbereich Kraftfahrzeugtechnik hatte für die starken Zahlen gesorgt.

Die gute Entwicklung spiegelte sich auch in der Beschäftigung wider. Bis zum Jahresende soll die Zahl der Mitarbeiter auf rund 300 000 weltweit steigen. Mehr als die Hälfte von 15 000 neuen Jobs sollen in Asien entstehen. In Deutschland will der Autozulieferer 900 neue Stellen schaffen.