München (dpa) - Neuer Trainer, neuer Torwart, «neues Blut» - aber im so wichtigen Duell mit Bayer Leverkusen und Jupp Heynckes droht dem FC Bayern Bastian Schweinsteiger auszufallen. Der Münchner Fußball-Nationalspieler erlitt im Training eine schmerzhafte Bänderzerrung im rechten Sprunggelenk.

Zuvor hatte Schweinsteiger die Fans, aus deren Reihen im letzten Heimspiel gegen Mönchengladbach Anfeindungen gegen Präsident Uli Hoeneß kamen, zur vollen Unterstützung aufgerufen. Wie auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der sich gar in einem offenen Brief an den Anhang des Tabellenvierten wandte.

«Gerade jetzt, wo es sportlich nicht so gut läuft, wie von uns allen gewünscht, fordere ich alle Fans des FC Bayern auf, unseren Club zu unterstützen. Wir müssen nun zusammenstehen, damit wir uns noch für die Teilnahme an der Champions League qualifizieren», schrieb Rummenigge im Stadionmagazin vor der Partie am Sonntag gegen Leverkusen und den künftigen Bayern-Trainer.

Unter Interims-Cheftrainer Andries Jonker, der nach der Trennung von Louis van Gaal für Club und Nachfolger Jupp Heynckes die Königsklasse erreichen muss, soll nach Wunsch von Rummenigge «der Funken» vom Platz auf den Anhang überspringen. «Wir müssen uns als Einheit präsentierten. Mia san Mia. Und mia san ein FC Bayern.»

Neue Anfeuerung soll es nun von den Rängen für den neuen Münchner Chefcoach Jonker geben - und neu vergeben wird auch der Platz zwischen den Pfosten. Hier gilt es als abgemacht, dass Jörg Butt für Thomas Kraft wieder ins Tor rückt. Dazu soll Anatoli Timoschtschuk das defensive Mittelfeld verstärken und dem Team, das im Training vor allem wieder Spaß finden sollte, mehr Stabilität geben.

Schweinsteiger fällt gegen Bayer womöglich aus. Nach der Untersuchung bei Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt war klar: Kein Training am Freitag und Samstag, Einsatz am Sonntag fraglich. «Das wäre schade», meinte Nationalspieler Thomas Müller, «aber wir haben genügend Qualität in der Hinterhand.»

Trotz Tabellenrang vier und dem «Horrorszenario» Europa League wollen die Münchner gegen Bayer und den künftigen Coach nicht mit hängenden Schultern auflaufen. «Wir haben eine schwierige Situation, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir der FC Bayern sind», betonte Müller - aber geht es nur noch um Platz drei im Fernduell gegen Hannover. «Leverkusen ist kein direkter Konkurrent mehr.»