Düsseldorf (dpa) - Die Krise der drittgrößten deutschen Landesbank WestLB wird die Steuerzahler Nordrhein-Westfalens in den nächsten Jahren Milliarden kosten.

Die bislang ausgelagerten WestLB-Aktivitäten würden wahrscheinlich zu Gesamtverlusten in Höhe von etwa 7 Milliarden Euro führen, teilte Deutschlands erste «Bad Bank» in Düsseldorf bei ihrer Bilanzvorlage mit.

Von den 7 Milliarden Euro Ausfällen, die nach der jüngsten Analyse zu erwarten seien, müssten die WestLB-Eigentümer entsprechend ihrer «Phoenix»-Garantien 5 Milliarden Euro schultern. Konkret würde das nach früheren Angaben für das Land NRW und damit die Steuerzahler eine Belastung von knapp 4 Milliarden Euro bedeuten. Von den Sparkassen in NRW wären gut eine Milliarde Euro zu stemmen.

Die Erste Abwicklungsanstalt, wie die «Bad Bank» offiziell heißt, will die restlichen 2 Milliarden Euro wahrscheinlicher Ausfälle in den kommenden Jahren selbst abdecken. Sie hat dafür in ihren Bilanzen eine Risikovorsorge über den vollen Betrag gebildet. Deshalb schrieb die «Bad Bank» im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen. Unter dem Strich steht für 2010 ein Verlust von insgesamt 1,65 Milliarden Euro.

Der Vorstand betonte, die Abwicklungsanstalt habe operativ einen Gewinn von gut 450 Millionen Euro erzielt. Unter anderem brächten die milliardenschweren Staatsanleihen Zinsen ein. Der «Bad Bank» stünden weiterhin 1,5 Milliarden Euro an Eigenkapital zur Verfügung - also noch rund die Hälfte der ursprünglichen Kapitalausstattung von 3 Milliarden Euro, die die WestLB zur Verfügung gestellt hatte.

Die nordrhein-westfälische Landesbank hatte bis Ende April 2010 Papiere in die «Bad Bank» ausgelagert, die einmal 77,5 Milliarden Euro wert gewesen sein sollen. Davon wurden bis Ende März 2011 Papiere mit einem ursprünglichen Wert von fast 17 Milliarden Euro abgewickelt. Theoretisch könnten weitere Papiere der WestLB in die «Bad Bank» ausgelagert werden. «Ob das kommt oder nicht kommt, dazu können wir nichts sagen», sagte Vorstand Matthias Wargers.

Die WestLB war Anfang 2008 massiv gestützt worden. Sie lagerte damals besonders risikoreiche Papiere in eine Zweckgesellschaft («Phoenix») aus, für die die Bankeigentümer Garantien gaben. Nach EU-Ansicht soll es auch bei der Auslagerung von Papieren in die «Bad Bank» 2010 Beihilfen gegeben haben. Deshalb muss die WestLB weiter verkleinert werden. Wahrscheinlich ist eine Sparkassen-Zentralbank, große WestLB-Teile müssten verkauft und Reste abgewickelt werden.