Bielefeld (dpa) - Der von der Insolvenz bedrohte Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld hat als erster Proficlub der 1. und 2. Liga Geld aus dem Sicherungsfonds des Ligaverbandes beantragt.

«Wir benötigen das Darlehen zur kurzfristigen Liquiditätssicherung und sind zuversichtlich, es auch zu bekommen», sagte Arminia-Sprecher Marcus Uhlig der Nachrichtenagentur dpa.

Wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitteilte, wird der Ligavorstand in seiner Sitzung am Montag über den Antrag des Tabellenletzten entscheiden. «Eine weitere kurzfristige Belastung unserer bestehenden Partner war nicht zumutbar», wurde Arminia-Präsident Wolfgang Brinkmann in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert.

Nach einer kurzfristig geplatzten Kreditzusage geriet die bis zum Saisonende stehende Finanzierung der Ostwestfalen ins Wanken. 1,2 Millionen Euro - so hoch sind die laufenden Kosten des Vereins in einem Zeitraum von zwei Monaten - hat Bielefeld beim Ligaverband beantragt.

Der Sicherungsfonds wurde von der Generalversammlung des Ligaverbandes 2004 beschlossen. Damit soll klammen Clubs geholfen werden, kurzfristig Liquiditätsengpässe zu überbrücken, um im Interesse aller Vereine den Spielbetrieb nicht zu gefährden. Alle 35 anderen Profivereine der 1. und 2. Liga sind daher über den Schritt der Arminia informiert worden.

Nimmt ein Club den Sicherungsfonds in Anspruch, hat dies einen sofortigen Punktabzug zur Folge. Die Höhe des Punktabzuges richtet sich nach der Höhe der Summe, die aus dem Fonds entnommen wird und beträgt maximal drei Punkte. Für das abgeschlagene Zweitliga-Schlusslicht wäre dies aber praktisch ohne Bedeutung.

Erst Anfang des Monats hatte Bielefeld durch die erfolgreiche Ausgliederung des vereinseigenen Stadions in eine eigenständige Gesellschaft neue Hoffnung geschöpft. Durch diesen Schritt konnte die Schuldenlast von 27 auf 21,5 Millionen Euro gesenkt werden.