Shanghai (dpa) - Michael Schumacher ist im Rennen um einen Startplatz unter den besten Zehn erneut auf der Strecke geblieben. Rang 14 für den Formel-1-Rekordweltmeister in China, während sein 17 Jahre jüngerer Rennstallrivale Nico Rosberg auf Position vier raste.

Erst hatte Schumacher noch die Schuld bei sich selbst gesucht, kurz nach dem Aus stellte sich aber heraus: Der Heckflügel hakte. «Es hat sich schon vorher angedeutet, allerdings wurde ich nicht informiert», stellte Schumacher bei der anschließenden Fragerunde auf dem Shanghai International Circuit klar. Zuerst habe er noch gedacht, er habe zu hart gebremst.

So war es dann aber wohl doch nicht, wie die Analyse ergab. Beim ersten Blick auf die Ergebnisliste der Qualifikation für den Großen Preis von China wurde derweil die Verbesserung des Silberpfeils sichtbar. «Als Team haben wir uns wirklich verbessert, das hat Nico gerade kräftig unter Beweis gestellt», so das süßsaure Fazit des Mercedes-Piloten Schumacher. «Insofern ist es schade», so das Resümee aus persönlicher Sicht. Mitleid war ihm aus den eigenen Reihen aber gewiss. «Schade für Michael», meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Zuvor hatte der bis zum China-Wochenende wenig überzeugende Silberpfeil mit guten Zeiten in den Trainingseinheiten schon für Hoffnungsschimmer gesorgt. Rosberg konnte den Schwung ins Sprintrennen um die besten Startplätze mitnehmen - Schumacher nicht.

«Ich hoffe natürlich auf einen guten Start, das wird entscheidend sein. Überholen sollte hier eine Möglichkeit sein, Strategie wird entscheidend sein», befand Schumacher nun mit Blick auf das Rennen am Sonntag (9.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) auf dem Kurs, an den er bis auf seinen Sieg 2006 nicht nur gute Erinnerungen hat. «China ist irgendwie nicht mein Pflaster, wenn man die Historie Revue passieren lässt», meinte der einstige Formel-1-Kaiser.

Am Samstag deutete sich das Aus schon früh an. Nur mit viel Mühe und auf den letzten Drücker hatte sich Schumacher bereits im ersten Zeitabschnitt vor der Kurzarbeit gerettet. Als es danach aber in den letzten zwei Minuten eng auf dem Kurs wurde, nachdem der Russe Witali Petrow mit seinem defekt abgestellten Lotus Renault für eine Unterbrechung gesorgt hatte, kam eins zum anderen.

Schumacher patzte bei seiner fliegenden Runde - schuld war der Heckflügel des Mercedes. «Das hat ihn wertvolle Zeit gekostet», urteilte Teamchef Ross Brawn. «Ich fürchte, wir sind 14., wir haben es nicht in Q3 geschafft», musste sich «Schumi» via Boxenfunk noch die ernüchternde Bestätigung anhören. Neu war das für Schumacher im Jahr 2011 allerdings nicht. Auch in Australien und Malaysia hatte er die Top Ten jeweils als Elfter verpasst.