München (dpa) - Im Kampf um das versöhnliche Ende einer titellosen Saison herrscht beim FC Bayern München der personelle Notstand.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister muss im brisanten Bundesligaduell mit Bayer Leverkusen und seinem zukünftigen Trainer Jupp Heynckes am Sonntag in der Allianz Arena womöglich neben den gesperrten Arjen Robben und Holger Badstuber auch auf Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger verzichten.

Der französische Nationalspieler droht wegen einer Verhärtung im rechten Oberschenkel auszufallen, Schweinsteigers Einsatz ist wegen einer Bänderzerrung im rechten Sprunggelenk fraglich. Über ihren Einsatz soll erst kurz vor dem Anpfiff am Sonntag entschieden werden. Nach dem torlosen Remis am Samstag im Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 können die Bayern mit einem Sieg gegen Bayer die 96er wieder vom dritten Tabellenplatz verdrängen.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hofft im Spiel eins nach Louis van Gaal auf «eine Explosion» des FC Bayern, sein Kumpel Heynckes will da aber nicht mitspielen. «Es ist jetzt meine Pflicht, dass Leverkusen gewinnt», betonte der 65-Jährige. Heynckes mag keine Rücksicht auf die Europa-League-Ängste seines zukünftigen Arbeitgebers nehmen, sondern er will seinen Noch-Club Bayer 04 nach über 20 Jahren zum ersten Sieg in München führen.

Beim FC Bayern soll nach dem Rauswurf von van Gaal der zum Fünf-Spiele-Chef beförderte bisherige Co-Trainer Andries Jonker die Saison retten. Dafür setzt der 48 Jahre alte Holländer auf mehr Routine in der Startelf und ein höheres Augenmerk auf das Abwehrverhalten. So wird Jörg Butt (36) den 14 Jahre jüngeren Thomas Kraft wieder als Nummer 1 im Tor ablösen. «Ich muss das machen, damit sich Bayern München für die Champions League qualifiziert. Ich denke, dass diese Chance im Moment mit Butt größer ist», begründete Jonker den Torwartwechsel.

Auch für Michael Ballack ist es ein besonderes Spiel. Der 34-Jährige, der zwischen 2002 und 2006 für Bayern in 107 Ligaspielen 44 Tore erzielte, kehrt erstmals als Gegner zurück nach München. Ballack erwartet einen heißen Tanz und gibt sich kämpferisch: «Sie werden unter Druck stehen, aber noch mehr zusammenhalten. Doch sie wissen, dass wir ihnen richtig wehtun können, wenn wir gewinnen.»