Stuttgart (dpa) - Die deutschen Fed-Cup-Damen stehen zum vierten Mal vor dem Aufstieg in den elitären Kreis der acht Top-Nationen. Gegen die B-Auswahl von Rekordsieger USA sorgten Andrea Petkovic und Julia Görges in Stuttgart für eine beruhigende 2:0-Führung.

Erst gewann die Weltranglisten-19. Petkovic gegen die amerikanische Nummer 2 Christina McHale mit 6:3, 6:4. Dann bezwang die Bad Oldesloerin Görges nach couragierter Leistung die amerikanische Spitzenspielerin Melanie Oudin mit 6:2, 7:6 (7:5).

«Jetzt haben wir Matchball», kommentierte Teamchefin Barbara Rittner die Ausgangslage vor den Sonntagsspielen. Auch wenn sich 4:0-Sätze «unglaublich glatt» anhörten, sei es in beiden Partien wesentlich enger zugegangen. «Wir haben Gott sei Dank unsere Chancen fast immer genutzt.»

Petkovic kann bereits im dritten Einzel am Sonntag gegen Oudin den vierten Aufstieg in die Tennis-Weltgruppe perfekt machen. Dem 17-maligen Fed-Cup-Gewinner aus den USA, der ohne die Williams-Schwestern auskommen musste, droht dagegen der erstmalige Absturz in die Zweitklassigkeit.

Knackpunkt von Petkovic' Partie in der Porsche Arena war das siebte Spiel des ersten Satzes, als die Hessin gegen die in der Weltrangliste um 63 Plätze schlechter notierte McHale drei Breakbälle abwehrte. «Ich fühlte, dass ich sie gebrochen hatte», sagte die 23-Jährige. Bis zum 3:3 sei es ein «Kopf-an-Kopf-Rennen» gewesen: «Da war das Spiel auf der Kippe.» Anschließend gewann sie sieben Spiele in Serie, verwandelte nach 1:35 Stunden ihren ersten Matchball und fiel Rittner um den Hals.

Auf den von einigen Fans geforderten «Petko-Dance», lange Zeit ihr Markenzeichen, verzichtete sie wie angekündigt. Die Lust an ihrem ersten Auftritt in Deutschland nach den Erfolgen in Australien und den USA war ihr aber deutlich anzusehen. «Ich habe mich gefreut, vor mein Publikum zu treten», sagte Petkovic, die sich trotz der bei weitem nicht ausverkauften Halle über die «super Stimmung» freute.

Mit ihrem Sieg bewies sie zugleich, dass sie mit den immens gestiegenen Erwartungen umgehen kann. Die Rolle als «Gejagte» schreckt sie jedenfalls nicht. «Das ist eine neue Situation, an die ich mich gewöhnen muss», meinte Petkovic.