Rostock (dpa) - Auch ohne Stamm-Sechser haben die deutschen Handballer das erste von zwei Testspielen gegen Norwegen gewonnen. Trotz der zahlreichen Ausfälle setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand in Rostock gegen den ebenfalls neu formierten WM-Neunten 33:25 (17:13) durch.

Vor 3600 Zuschauern war der Gummersbacher Adrian Pfahl (7/4) bester Werfer für den Weltmeister von 2007. Für die Norweger, die Deutschland im Januar beim WM-Debakel mit Platz elf im letzten Hauptrundenspiel eine 25:35-Pleite zugefügt hatten, markierte Einar Sand Koren sechs Treffer. Am Sonntag treffen beide Kontrahenten in Schwerin erneut aufeinander.

«Das war verdienter Sieg. Wir haben gute Phasen gehabt, aber auch schlechte. Doch das Spiel hat seinen Sinn erfüllt. Deshalb bin ich zufrieden», sagte Brand, der den vorangegangenen Kurzlehrgang in Schwerin inklusive der Norwegen-Duelle mit Blick auf die entscheidenden EM-Qualifikationsspiele im Juni gegen Österreich und Lettland zum Testen nutzt.

Dazu war der Bundestrainer nach den zahlreichen Absagen auch gezwungen. Denn in Kapitän Pascal Hens, Sebastian Preiß, Christian Sprenger, Uwe Gensheimer, Holger Glandorf und Michael Kraus sagte aus verletzungsbedingten oder privaten Gründen gleich eine ganze Stammbesetzung ab. Zudem hatte Keeper Johannes Bitter zuvor seine Auszeit von der Nationalmannschaft verkündet. So standen nur acht WM-Akteure auf dem Spielberichtsbogen.

Gegen die Norweger, deren Coach Robert Hedin ebenfalls nur wenige WM-Spieler in seinen Kader berief, hatten die Gastgeber zunächst leichte Anlaufschwierigkeiten. Erst in der achten Minute erzielte Adrian Pfahl vom Siebenmeterpunkt beim 4:3 die erste deutsche Führung. Auch die Abwehr mit dem Mittelblock Michael Haaß/Jacob Heinl musste sich erst finden, doch nach und nach stellte sich die deutsche Deckungsreihe inklusive Keeper Silvio Heinevetter auf den Gegner ein. So setzte sich Deutschland, obwohl Brand nach 20 Minuten mehrfach wechselte, gegen die jungen Norweger sukzessive über 12:8 (20.) auf 17:12 (29.) ab.

Nach der Pause gab Torwart Martin Ziemer zwei Tage nach seinem 28. Geburtstag mit drei Paraden am Stück ein gelungenes Debüt ihn der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Den Norwegern gingen langsam die Ideen aus, während das DHB-Team nun seine Vorteile ausspielte. Vor allem der Flensburger Jacob Heinl am Kreis wurde mehrfach erfolgreich in Szene gesetzt. Angesichts der sicheren 29:23-Führung (51.) schlichen sich in der Endphase immer mehr Fehler ins Spiel der Deutschen ein, doch der Sieg geriet nicht in Gefahr.

Die Tests gegen Norwegen sind eine der letzten Vorbereitungsmöglichkeiten auf die entscheidenden Partien in der EM-Qualifikation am 8. Juni gegen Österreich und am 12. Juni gegen Lettland. Drei Punkte aus diesen beiden Spielen reichen den Deutschen, um sich sicher für die EM 2012 in Serbien zu qualifizieren. Die kontinentalen Titelkämpfe sind die letzte Chance, noch ein Ticket für die Olympischen Spiele 2012 zu ergattern.