Köln (dpa) - Wie bedröppelt standen die Profis des 1. FC Köln in ihrer «Festung», die urplötzlich keine mehr war. Nach dem 1:3 (0:0) gegen den VfB Stuttgart war die Super-Serie von sieben Erstliga-Heimsiegen abrupt beendet.

Die Ernüchterung war bei Lukas Podolski und Co. und den FC-Anhängern unter den 50 000 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion von 2006 groß. «Das ist anders gelaufen, als wir uns es gewünscht hatten», hielt der konsternierte FC-Trainer Frank Schaefer fest.

Die Fakten sind bitter: Durch die Treffer von Christian Träsch (51. Minute), Martin Harnik (53.) und Zdravko Kuzmanovic (63./Handelfmeter) zog der VfB mit jetzt 33 Punkten die Gastgeber (35) wieder in den Abstiegsstrudel. «Man sieht beim Blick auf die Tabelle, was ein Sieg heute bedeutet hätte», sagte Schaefer.

Für seinen Stuttgarter Widerpart Bruno Labbadia war es «ein unglaublich wichtiger Sieg». Labbadia: «Nach der unglücklichen Niederlage gegen Kaiserslautern war das keine einfache Woche für uns.» Sein Team habe nach dem 2:4 gegen die Pfälzer eine sehr gute Reaktion gezeigt, von der auch VfB-Manager Fredi Bobic höchst angetan war: «Zusammen geht's», würdigte der ehemalige Nationalstürmer die Mannschaftsleistung, bei der nur das Gegentor durch Milivoje Novakovics 14. Saisontreffer (67.) ein wenig störte.

In den Startformationen beider Teams standen jeweils zwei Neue. Bei den Kölnern, die in Müngersdorf letztmals vor zehneinhalb Jahren gegen den VfB gewonnen hatten, rückten Petit und Adil Chihi für die gelbgesperrten Adam Matuschyk und Mato Jajalo nach. Der wiedergenesene Spielmacher Tamas Hajnal und Angriffsspitze Cacau sollten die Schwaben, die auf den verletzten Timo Gebhart und Pawel Pogrebnjak (5. Gelbe Karte) verzichten mussten, beflügeln.

Das gelang auch: Schon in den ersten 45 Minuten wirkte der VfB reifer und torgefährlicher. Cacau mit einem Flachschuss (2.) und Träsch (7.) mit einem Distanzversuch beschworen erste Gefahren für den FC herauf. Die besten VfB-Möglichkeiten hatten jedoch der Japaner Shinji Okazaki, den Christian Eichner in höchster Not stoppte (24.), und Hajnal, dessen Freistoß das FC-Gehäuse ganz knapp verfehlte (40.). Novakovic in der 22. und Christian Clemens (30.) waren auf der Gegenseite am torgefährlichsten.

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff verhinderte FC-Keeper Michael Rensing mit einem Fuß-Reflex das 0:1. Doch bei Träschs Gewaltschuss und Harniks Treffer aus kurzer Entfernung war der ehemalige Bayern-Schlussmann machtlos. Für Träsch war es der erste Treffer seit dem 27. März 2010, der Österreicher Harnik erzielte bereits sein neuntes Saisontor. Kuzmanovic erhöhte mit einem allerdings zweifelhaften Handelfmeter auf 3:0.