Bremen (dpa) - Werder Bremen hat die Siegesserie des FC Schalke 04 unter Ralf Rangnick beendet und einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Klassenverbleib gemacht. Nach dem Einzug ins Champions League-Halbfinale mussten die Gelsenkirchener mit einem 1:1 (0:0) bei Werder Bremen zufrieden sein.

Das erste Unentschieden nach vier Pflichtspielsiegen unter Rangnicks Regie dämpfte etwas die königsblaue Fußball-Euphorie. Werder misslang mit dem Remis der ersehnte Befreiungsschlag im Bundesliga-Abstiegskampf.

Vor 40 500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielte Sandro Wagner (59. Minute) mit einem im Nachschuss verwandelten Foulelfmeter das 1:0. Zuvor war Torjäger Claudio Pizarro von Benedikt Höwedes im Strafraum zu Fall gebracht worden. Der Schalker Konter ließ aber nicht lange auf sich warten. Dem eingewechselten Edu gelang der leistungsgerechte Ausgleich (64.).

«Es war ein gerechtes 1:1. Allerdings haben wir vor dem Ausgleich gepennt», urteilte Werder-Schlussmann Tim Wiese nach der sechsten Punkteteilung der Saison an der Weser. Ähnlich sah es Bremens Kapitän Torsten Frings: «Mit dem 1:1 können wir leben. Wir müssen weiter Punkt für Punkt holen. Wenn es so weitergeht, haben wir mit der Entscheidung da unten nichts zu tun.» Auch S04-Coach Rangnick konnte mit dem Remis leben: «Wir hätten das Spiel in der zweiten Halbzeit auch gewinnen können. Ich bin aber zufrieden damit, dass die Spieler nach dem Spiel am Mittwoch noch mal eine Energieleistung gezeigt haben.»

Lange Zeit dominierten die beiden Abwehrreihen das Geschehen und ließen nur wenige Chancen zu. Die Werder-Fans waren trotz der Nullnummer zur Pause mit dem Stand nicht unzufrieden. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf setzte mit dem Punktgewinn ihre Politik der kleinen Schritte fort und ist seit nunmehr sieben Spielen ungeschlagen. Das Polster auf den Relegationsplatz 16 beträgt vier Runden vor Schluss sechs Punkte.

Rangnick hatte seine Mannschaft gegenüber dem Mailand-Spiel gleich auf fünf Positionen verändert. Von der Rotation profitierte auch der Ex-Bremer Angelos Charisteas, der an alter Wirkungsstätte in der Startelf stand. Der Grieche wurstelte sich nach 10 Minuten in den Bremer Strafraum, wo Werder-Keeper Tim Wiese die unübersichtliche Situation im zweiten Nachfassen klärte.

Im Gegenzug lag der Ball zwar im Schalker Netz, aber Schiedsrichter Knut Kircher verweigerte dem Treffer von Petri Pasanen die Anerkennung. Er hatte zuvor ein Foul von Per Mertesacker an Nationaltorhüter Manuel Neuer gesehen. Der Schalker Schlussmann stand danach mehrfach im Blickpunkt, doch richtig zwingend waren die Angriffe der feldüberlegenen Bremer nicht.