Berlin (dpa) - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die deutsche Industrie wegen ihrer zögerlichen Haltung zur Vermarktung der Magnetschwebebahn Transrapid kritisiert. Der Bund habe 1,5 Milliarden Euro in das - inzwischen schon nicht mehr ganz taufrische - Projekt investiert.

«Nun ist es an der Wirtschaft, die Voraussetzungen für eine weitere Vermarktung der Technologie zu erhalten», sagte Ramsauer dem Magazin «Der Spiegel». Derzeit hat die Kanareninsel Teneriffa Interesse an dem Transrapid. Inselpräsident Ricardo Melchior bat laut dem Bericht in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sich bei den Herstellern ThyssenKrupp und Siemens für den Bau stark zu machen. Hans-Jörg Grundmann, Chef der Sparte Mobility bei Siemens, sagte dem «Spiegel», es gebe zwar Hinweise auf mögliche neue Strecken. «Unmittelbare, realistische Vermarktungschancen sehen wir derzeit aber nicht.»

Der Transrapid ist weltweit nur auf der Strecke zwischen dem Flughafen und der Innenstadt in der chinesischen Metropole Shanghai offiziell im Einsatz. Den lange geplanten Bau vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen kippten der Bund und das von der CSU regierte Land Bayern 2008 - nach dem Abgang von Ministerpräsident Edmund Stoiber, der als Verfechter des Projekts bekannt war. Auf einer Teststrecke im Emsland war die Magnetschwebebahn bereits seit 1984 im Einsatz.

Stoibers legendäre Transrapid-Rede