Frankfurt/Main (dpa) - Im Tarifkampf zwischen Lokführern und Regiobahnen ruhen alle Hoffnungen auf der mindestens bis zum 1. Mai reichenden Streikpause.

Nähern sich die zwei Seiten in den Tagen nach Ostern nicht wieder an, droht der Konflikt um einen Einheitstarif für alle 26 000 Lokführer in Deutschland weiter zu eskalieren. Dann wären bei den betroffenen etwa 20 Regiobahnen unbefristete Streiks denkbar.

Am Donnerstag um 2.00 Uhr hatte die Lokführergewerkschaft GDL ihren 60-Stunden-Ausstand wie angekündigt beendet. Es war der bisher längste Arbeitskampf im aktuellen Tarifkonflikt. «Die Streikpause gibt allen Beteiligten Gelegenheit, eine Lösung des Konflikts aufzugreifen», hieß es von der GDL. Den festgefahrenen Streit beenden könne «ausschließlich» die Arbeitgeberseite, schrieb die Gewerkschaft.

Das Aussetzen möglicher neuer Streiks öffnet ohne die Ostertage nur das schmale Fenster einer knappen Woche, bis die GDL zum Tag der Arbeit am 1. Mai theoretisch wieder zum Arbeitskampf aufrufen könnte.

Über die Feiertage will die Gewerkschaft den Regiobahnen die Forderungen per Post zuschicken. «Die Unterlagen sind unterwegs. Wir warten nun auf die Reaktionen», sagte ein GDL-Sprecher am Donnerstag.

Die bestreikte Gegenseite kennt die Forderungen allerdings schon längst und lehnt sie ab. Daran hatte auch die Tarifeinigung zwischen GDL und Deutscher Bahn (DB) vor rund einer Woche nichts geändert. Einzig Keolis (Eurobahn) hat bisher Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Im Kern dreht sich der Streit mit den Regiobahnen, die mit dem Marktführer konkurrieren, um Folgendes: DB und GDL hatten sich vor rund einer Woche auf einen sogenannten Rahmentarif geeinigt. Er regelt Tarifstandards wie Einkommen, Arbeitszeit und wichtige Zulagen, wobei das hohe Niveau der DB ausschlaggebend ist.