Espoo (dpa) - Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia ist ins Jahr zwar mit mehr Umsatz und Gewinn gestartet - allerdings legte die Quartalsbilanz auch die Schwächen der Finnen offen. So fiel der Marktanteil bei Smartphones auf nur noch 26 Prozent weiter.

Nach monatelangen Verhandlungen besiegelte Nokia immerhin den Smartphone-Deal mit Microsoft, der dem Handy-Konzern Milliarden verspricht und beiden eine Zukunft in dem zukunftsträchtigen Markt für Computer-Handys sichern soll.

Im ersten Quartal 2011 verdiente Nokia mit 231 Millionen Euro knapp ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz legte um 9,2 Prozent auf rund 10,4 Milliarden Euro zu, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Nokia ist zwar nach wie vor der größte Handy-Produzent der Welt, verliert aber bei den lukrativen Smartphones an Boden. Vor allem das Google-Betriebssystem Android, auf das mehrere Hersteller zurückgreifen, breitet sich bei den Computer-Telefonen schnell aus.

Die ausführliche Quartalsbilanz machte Nokias Schwächen offensichtlich. Während der Mobilfunkmarkt rasant wächst, verkaufte der Konzern mit insgesamt 108,5 Millionen Handys gerade einmal ein Prozent mehr als vor einem Jahr - und zwölf Prozent weniger als im Schlussquartal 2010. Bei den Smartphones kam Nokia auf 24,2 Millionen Geräte, ein Plus von 13 Prozent im Jahresvergleich. Da der Markt aber deutlich schneller wuchs, fiel Nokias Anteil von 41 Prozent vor einem Jahr auf nur noch 26 Prozent. Android wird von Marktforschern inzwischen als Spitzenreiter bei den Computer-Handys mit 38 Prozent gesehen.

Schlimmer noch, der durchschnittliche Verkaufspreis eines Nokia-Smartphones sank im Jahresvergleich von 155 auf 147 Euro. Hier wird der Kontrast zur Geldmaschine Apple besonders deutlich. Der US-Rivale setzte in den drei Monaten 18,7 Millionen seiner iPhones ab - und die bringen pro Gerät nach früheren Angaben um die 600 Dollar in die Kasse. Eine genaue Zahl für das vergangene Quartal wolle Apple in der Nacht zum Donnerstag nicht nennen, mit der Begründung, Konkurrenten nicht helfen zu wollen.

Das Symbian-System von Nokia hat lange den Smartphone-Markt dominiert. Noch im Jahr 2007 hielt das Betriebssystem einen Marktanteil von 64 Prozent bei den Computer-Handys. Im Februar zog der neue Chef Stephen Elop die Reißleine und kündigte den Übergang zu Microsofts Windows Phone als Haupt-Betriebssystem für Nokias Smartphones an. Erste Windows-Geräte von Nokia werden aber frühestens zum Jahresende erwartet. Für die Übergangsphase rechnen auch die Finnen selbst mit einer Durchstrecke. Zur Bekanntgabe des endgültigen Deals hieß es nun, man habe bei der Entwicklung erhebliche Fortschritte gemacht.

Microsoft versüßte den Finnen die Entscheidung mit Milliarden-Leistungen, die allerdings auch am Donnerstag nicht exakt beziffert worden. Auch Google hatte mit Android um Nokias Gunst geworben.