Phnom Penh/Bangkok (dpa) - Nach tagelangen Kämpfen an der thailändisch-kambodschanischen Grenze soll nach Angaben der Regierungen in Phnom Penh über eine Waffenruhe verhandelt werden.

Wie die kambodschanische Regierung am späten Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte, werden sich die Verteidigungsminister beider Staaten «in sehr naher Zukunft» zu Gesprächen über eine Feuerpause in Phnom Penh treffen. Seit fünf Tagen kommt es im Grenzgebiet zwischen Thailand und Kambodscha immer wieder zu Gefechten, zumeist im Bereich umstrittener Tempelanlagen. Seit Freitag starben dabei mindestens 13 Soldaten, rund 50 wurden verletzt.

Bei einem Telefongespräch am Dienstag habe der thailändische Verteidigungsminister Tea Banh einem Vorschlag seines kambodschanischen Kollegen Prawit Wongsuwan zugestimmt, sich zu einem Gespräch über eine Waffenruhe zu treffen, teilte das Verteidigungsministerium in Phnom Penh mit. Ein genauer Termin wurde nicht genannt. Aus Bangkok gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.

Angesichts der anhaltenden Spannungen hatte Thailands Premierminister Abhisit Vajjajiva zuvor angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Nachbarn Kambodscha in allen Bereichen auf den Prüfstand zu stellen. Eine vom Kabinett in Bangkok beschlossene Resolution umfasst zudem militärische Vergeltung für kambodschanische Angriffe auf thailändisches Staatsgebiet und diplomatische Bemühungen um bilaterale Verhandlungen.

US-Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich «tief besorgt» über die andauernden Feuergefechte und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Die USA hätten mit beiden Seiten direkten Kontakt aufgenommen, um eine Eskalation zu verhindern.

Am Dienstag hatten sich die Kämpfe erneut ausgeweitet. Nach Angaben der kambodschanischen Regierung gab es nahe dem bekannten Hindu-Tempel Preah Vihear Artilleriegefechte. Preah Vihear liegt rund 100 Kilometer westlich des Gebietes, in dem sich Truppen beider Seiten in den vergangenen Tagen Gefechte geliefert hatten.

Ein Großteil der 798 Kilometer langen Grenze zwischen den beiden Ländern ist umstritten. Im 20. Jahrhundert war die Grenze mit 73 Grenzpfählen markiert worden, von denen die Hälfte verschwunden ist.