Gelsenkirchen (dpa) - Manu gegen ManU: Trotz einer Weltklasse-Leistung von Manuel Neuer kann der FC Schalke 04 kaum mehr auf ein weiteres Wunder in der Champions League hoffen.

Mit einer «One-Man-Show» bewahrte der deutsche Nationalkeeper sein Team beim 0:2 (0:0) im Halbfinal-Hinspiel gegen Manchester United lange vor dem Rückstand. Doch Ryan Giggs (67. Minute) und Wayne Rooney (69.) sorgten mit einem Doppelschlag für den hochverdienten Sieg der Gäste. Der ernüchternde Schalker Auftritt vor 54 142 Zuschauern in der ausverkauften Arena nahm ihnen acht Tage vor dem Rückspiel den Glauben an die erste Endspiel-Teilnahme in der Königsklasse.

Auch das anerkennende Schulterklopfen von Uniteds Trainer Alex Ferguson nach dem Schlusspfiff konnte den überragenden Neuer nicht aufmuntern. «Ich denke, dass wir zu viel Respekt gehabt haben von Anfang an», analysierte der Schlussmann, der wie sein Team trotz der Niederlage mit Applaus verabschiedet wurde. «Ich glaube, das ganze Stadion hat nach dem Spiel gesungen, wir sind stolz auf unser Team. Wir wollen versuchen, weiter erfolgreich Fußball zu spielen und wollen nicht, dass es aufhört.»

Mit knapp einem Dutzend Paraden hielt er die einseitige Fußball-Partie mehr als eine Stunde lang offen. «Manuel Neuer ist unglaublich. Es ist wahrscheinlich die beste Leistung, die ich jemals von einem Torhüter in einem Spiel mit meiner Mannschaft gesehen habe», adelte Ferguson den 25-Jährigen. Auch Bundestrainer Joachim Löw lobte Neuer bereits in der Halbzeit: «Er hat bei drei, vier Riesenchancen glänzend gehalten». Doch nach der Pause war auch der Schalker Keeper machtlos.

Nach den jüngsten Schalker Viertelfinal-Galas gegen Inter Mailand setzte United-Trainer Ferguson auf eine vermeintlich defensivere Ausrichtung: Doch auch mit Antonio Valencia anstelle von Nani auf der rechten Außenbahn war von respektvoller Zurückhaltung überhaupt nichts zu sehen. Immer wieder überraschte Manchester die komplett überforderten Außenverteidiger Atsuto Uchida und Hans Sarpei mit schnellen Vorstößen.

Bereits nach drei Minuten musste Neuer sein ganzes Können aufbieten, als er Rooneys feinen Schlenzer von der Strafraumgrenze aus dem Winkel kratzte. Während der englische Nationalangreifer im weiteren Verlauf der ersten Hälfte meist nur als glänzender Vorbereiter in Erscheinung trat, entwickelte sich ein Privatduell zwischen seinem Sturmpartner Javier Hernandez und Neuer.

Doch ob es der Mexikaner aus der Distanz (6.), per Tunnel (14.) oder Direktschuss aus kurzer Distanz (36.) versuchte - stets behielt der deutsche Auswahltorhüter die Oberhand. Zweimal verzog der «Chicharito», kleine Erbse, genannte Hernandez (21./26.) nur knapp.