Frankfurt/Main (dpa) - Trotz steigender Verluste bei den 36 Proficlubs und eines verschärften Lizenzierungsverfahrens hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) keine «Blauen Briefe» für die Saison 2011/12 verschicken müssen.

Keinem der 46 Antragsteller aus den drei obersten Ligen wurde die Spielberechtigung in der Bundesliga bzw. 2. Bundesliga verwehrt, teilte die DFL am Dienstag mit. Allerdings gibt es noch einige «Wackelkandidaten». Diese müssen bis Anfang Juni Bedingungen erfüllen, um die Lizenz endgültig zu erhalten. Um wie viele und welche Clubs es sich handelt, gab die DFL nicht bekannt.

Zu den betroffenen Vereinen dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit der hoch verschuldete Zweitligist TSV 1860 München gehören. Derzeit prüfen die Münchner ein Kaufangebot des jordanischen Geschäftsmanns Hasan Ismaik, der eine baldige Entscheidung fordert.

«Wir sind von der jetzigen Zurückhaltung des Vereins irritiert und können nur hoffen, dass die Führung entweder eine andere Lösung oder eine bessere Alternative hat», sagte der 34 Jahre alte Multimillionär der «Süddeutschen Zeitung». «Mir kommt es so vor, als ob man noch nicht erkannt hat, dass der Verein kurz vor der Insolvenz steht.»

Ismaik soll den «Löwen» vor knapp zwei Wochen angeboten haben, für 13 Millionen Euro 49 Prozent der Kommanditgesellschafts-Anteile des Clubs zu übernehmen. Angeblich ist er bei einem möglichen Einstieg nur bereit, maximal fünf Millionen Euro der Rückstände zu tragen. Die Altschulden des Traditionsvereins sollen bei 14 Millionen Euro liegen. Sollte der Deal platzen und die «Sechziger» keinen anderen Geldgeber finden, könnte es für sie eng werden.

Zuletzt hatte das mit 27 Millionen Euro verschuldete Zweitliga-Schlusslicht Arminia Bielefeld eine Insolvenz vermieden, in dem es 1,25 Millionen Euro aus dem DFL-Sicherungsfonds in Anspruch genommen hatte. Der wegen des daraus resultierenden Drei-Punkte-Abzuges vorzeitig besiegelte Abstieg erschien den Ostwestfalen als das kleinere Übel.

Doch es gibt noch andere Schwarze Schafe. In der vergangenen Saison waren die Clubs der 1. und 2. Liga mit mehr als 103 Millionen Euro Verlust tief in die Roten Zahlen gerutscht. Auch die Verbindlichkeiten waren weiter angestiegen. In der Bundesliga um gut 34 Millionen auf rund 644 Millionen Euro, im Unterhaus um 28 Millionen auf etwa 127 Millionen Euro.