Moskau (dpa) - Die zweimaligen deutschen Meister Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi sind souverän durch die Qualifikation bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Moskau getanzt.

«Das war ein guter Einstieg, ich bin sehr zufrieden. Da ist sogar noch viel Luft nach oben», sagte Bundestrainer Martin Skotnicky am Dienstag nach der flüssigen Kür zum Liebestraum von Franz Liszt.

Mit 83,67 Punkten erzielte das Duo aus Oberstdorf und Berlin trotz eines Wacklers eine Saisonbestleistung. Damit wurde die russisch-deutsche Verbindung Zweite in der Vorausscheidung und möchte nun im Hauptfeld am Freitag an die Leistung der EM im Januar anknüpfen. In Bern überraschten sie mit Platz sieben.

«Die Saison ist durch die verschobene WM sehr lang, aber wir haben uns aus dem Motivationsloch gezogen», sagte der gebürtige Sachse Gazsi, der seit dem Umzug von Moskau nach Oberstdorf mit seiner Partnerin enorme Fortschritte gemacht hat. Durch die Absage der Titelkämpfe in Tokio hatten sie einen Monat zusätzlich, um mit Skotnicky an ihren modernen Programmen zu feilen. «Sie sind sehr gut vorbereitet und können sich noch besser präsentieren», sagte der Coach, der die Qualifikation für die Zwei sogar als Vorteil sieht: «Nun sind sie schon im Wettbewerb, die anderen stoßen erst dazu».

Für eine Berührung mit der Hand auf dem Eis nach einem Sprung bekam Gazsi allerdings einen Punktabzug. «Das ist ärgerlich, aber nicht schlimm. Wir haben für unsere Schrittfolgen und Hebungen Bestnoten bekommen», sagte seine Partnerin, die in der russischen Hauptstadt ein Heimspiel hat.

«Der Druck ist etwas größer, weil meine Eltern und Freunde in der Halle sind», sagte die Moskauerin, die am 6. Juni ihren Einbürgerungstest in Sonthofen im Allgäu bestehen will. Das große Ziel der talentierten Läufer ist Sotschi 2014. Für Olympia muss Zhiganshina im Gegensatz zu EM und WM den deutschen Pass vorweisen. «Alle sagen immer, wir sollten heiraten, um es zu beschleunigen», erzählte der Sportsoldat, «aber wir wollen den korrekten Weg gehen». Eine spätere Hochzeit schließen die auch privat Verbandelten aber nicht aus.

«Sie haben sich technisch verbessert», lobte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU) die Tänzer, «Skotnicky hat mit ihnen die Grundlagen verbessert». Der Verband setzt auf die ehrgeizigen Kadersportler als Paar für die Zukunft, nach dem sich die Geschwister Beier getrennt haben und die Geschwister Herrmann die ganze Saison verletzt sind.