Köln/Aachen (dpa) - Ein wahres Schwergewicht soll im All Rätsel des Universums entschlüsseln helfen: Das 1,5 Milliarden Euro teure Instrument Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS) startet an diesem Freitag an Bord der Raumfähre Endeavour zur Internationalen Raumstation ISS.

«Das ist mit Abstand das größte Instrument zur Grundlagenforschung, das je zur ISS gebracht wurde und eines der größten Projekte der internationalen Grundlagenforschung überhaupt», sagte Prof. Stefan Schael, Experimentalphysiker der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, am Dienstag der dpa. AMS soll Aufschluss über die Entstehung des Universums und den Aufbau der Galaxie geben.

Gut 500 Experten aus 16 Ländern hatten zehn Jahre lang am AMS gearbeitet, das die kosmische Höhenstrahlung im Weltraum vermessen wird. Schon wenige Tage nach dem Start soll das sieben Tonnen schwere Messinstrument an der ISS montiert werden.

Dazu wird der Greifarm des Space-Shuttles das AMS aus der Ladebucht heben und an den Greifarm der ISS übergeben. «Das ist in der Tat eine besonders spannende Aktion, die da ansteht», betonte Schael, der an Entwicklung und Bau des Instruments mit seinen 300 Detektorkammern beteiligt war.

«Mit AMS werden wir viel über die Zusammensetzung der kosmischen Strahlung lernen und somit auch darüber, wie unsere Galaxie aufgebaut und unser Universum entstanden ist», erklärte der Forscher laut Mitteilung. Im Spektrometer zwingen Magneten die durchfliegenden geladenen Teilchen auf Kreisbahnen, aus deren Krümmung die Wissenschaftler dann deren elektrische Ladung und Energie bestimmen.

Sobald die 300 000 Antennen des AMS an der ISS richtig justiert seien, könnten Daten an die Erde gehen. Rund 50 Wissenschaftler werden zunächst sechs Monate lang von den USA aus AMS überwachen und steuern, dann läuft der Betrieb von Genf aus.

In dem vom Deutschen Zentrum für Luft - und Raumfahrt (Köln) geförderten Prestigeprojekt stecken den RWTH-Angaben zufolge deutsche Spitzentechnologie und Mittel des Wirtschaftsministeriums.