Damaskus/Berlin (dpa) - Die USA und Europa wollen das brutale Vorgehen von Syriens Präsident Baschar al-Assad gegen die Opposition nicht länger tatenlos hinnehmen.

Nach der US-Regierung erwägt nun auch die Europäische Union Sanktionen gegen das Regime in Damaskus. Die Mitgliedsstaaten wollten rasch darüber beraten, wie eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel sagte.

Deutschland will die Gewalt in Syrien zum Thema im UN-Sicherheitsrat machen. Frankreich will die EU und die Vereinten Nationen zu «starken Aktionen» gegen das syrische Regime drängen. Rasche Sanktionen sind im Sicherheitsrat indes nicht zu erwarten.

Die Bundesregierung und die USA rieten ihren Staatsbürgern, aus Syrien auszureisen. Denn Assad geht - unbeeindruckt von der internationalen Kritik - weiter mit aller Härte gegen die Protestbewegung vor.

Nach Angaben von Aktivisten nahm die Armee am Dienstag nach der Rebellenhochburg Daraa die Küstenstadt Banias ins Visier. Rund um die Stadt seien Panzer in Stellung gegangen, um ähnlich wie am Vortag in Daara einzurücken.

Dort waren nach Angaben von Oppositionellen Tausende von Soldaten und Angehörigen der Spezialeinheiten mit Panzern und Scharfschützen eingedrungen und hatten Berichten zufolge Dutzende getötet. Auch am Dienstag waren dort Schüsse zu hören.

Die von den Aufständen in anderen arabischen Ländern inspirierte Protestbewegung hatte zunächst demokratische Reformen gefordert. Nach den ersten tödlichen Schüssen auf Demonstranten rief sie jedoch zum Sturz des Regimes auf. Niemand weiß genau, wie viele Demonstranten bisher starben. Die Opposition benennt mehr als 350 Opfer. Alleine am vergangenen Freitag sollen 112 Aktivisten getötet worden sein.