Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Freitag seine Rallye fortgesetzt und eine weitere psychologisch wichtige Schwelle überschritten. Starke Geschäftsberichte sowie die weiter andauernde lockere Geldpolitik in den USA waren laut Händlern die Gründe.

Der deutsche Leitindex legte den siebten Handelstag in Folge zu und schloss über der Marke von 7500 Punkten auf dem höchsten Stand seit Januar 2008. Damals war der Dax zeitweise auf 8100 Punkte gestiegen.

Mit plus 0,52 Prozent auf 7514,46 Punkte ging das Börsenbarometer in das Wochenende und verzeichnete damit ein Plus von drei Prozent auf Wochensicht. Der MDax gewann am Freitag 0,27 Prozent auf 10 740,45 Punkte. Starke Solarwerte trieben den TecDax um 1,29 Prozent auf 935,10 Punkte. «Aus technischer Perspektive sieht es nach einem weiteren Anstieg im Dax aus», kommentierte Marktanalyst André Saenger von IG Markets. Bei den allgemein dünnen Umsätzen stelle sich allerdings die Frage, ob diese Aufwärtsentwicklung nachhaltig sein werde.

Mit Enttäuschung wurden die Quartalszahlen des Stuttgarter Autobauers Daimler aufgenommen. Sie büßten am Dax-Ende 1,70 Prozent auf 52,19 Euro ein. Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler vermisste eine gewisse Dynamik bei Daimler, wie sie zuletzt etwa beim Konkurrenten VW zu erkennen gewesen sei. Dessen Aktien gewannen an der Dax-Spitze 1,53 Prozent auf 133,00 Euro.

Die Aktien des Düngemittelherstellers K+S hingegen stiegen nach überraschend starken Quartalszahlen des norwegischen Konkurrenten Yara um 0,91 Prozent auf 54,63 Euro.

Im MDax gewannen die Anteilsscheine der Baumarktkette Praktiker nach einem sehr schwachen Start an der Index-Spitze 5,74 Prozent auf 7,983 Euro. Nachdem die Umsätze im abgelaufenen Quartal eingebrochen waren und der Konzern operativ noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht war, verhalfen den Anteilsscheinen schließlich positive Aussagen aus der Telefonkonferenz zu den kräftigen Gewinnen. Das Management habe deutlich gemacht, dass der April und damit der Start in das wichtigere zweite Quartal bislang gut verlaufen sei, kommentierte Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe.

Die Solarwerte im TecDax wurden von Übernahmefantasien in der Branche beflügelt und stiegen zum Teil um mehr als acht Prozent. Der französische Energiekonzern Total will für knapp 1,4 Milliarden Dollar einen Mehrheitsanteil an dem US-Solarunternehmen SunPower übernehmen.