München (dpa) - Zwei Bayern-Niederlagen gab es in dieser Saison schon gegen Schalke 04, von Revanche will vor dem dritten Duell beim deutschen Rekordmeister aber niemand etwas wissen. Dafür ist die Lage einfach zu prekär - wie Robben, Schweinsteiger und Co. bewiesen.

Die Münchner Stars zoffen sich schon, die Höchststrafe aber droht erst noch durch Bayerns Wunschkandidaten Manuel Neuer. Hält der Schalker Weltklasse-Keeper seinen Kasten auch im Duell mit seinem möglichen neuen Arbeitgeber sauber, könnte er den taumelnden deutschen Rekordmeister schon fast endgültig in die europäische Zweitklassigkeit schicken - und damit vielleicht auch sich selbst. «Es zählen nur noch Siege», betonte daher Münchens Kapitän Philipp Lahm vor dem Heimspiel am Samstag gegen Schalke 04.

Das Problem: In der heißen Phase der Meisterschaft brodelt es beim FC Bayern, der enorme Druck zeigt Wirkung. Erst kritisierte Arjen Robben indirekt die beiden Spielführer Lahm und Bastian Schweinsteiger. Einen Tag später sorgte Schweinsteiger mit einem Pöbel-Auftritt für einen Eklat; Gelassenheit sieht anders aus.

Vor den letzten 270 Bundesliga-Minuten einer enttäuschenden Saison steht der einstige Branchenprimus mit dem Rücken zur Wand. Im Kampf um die Teilnahme an der Champions League sind die Bayern auf einen Ausrutscher von Hannover 96 angewiesen. Auch nach der Trennung von Louis van Gaal hat die seit Monaten angekündigte Bayern-Aufholjagd selbst mit Blick auf das Minimalziel Platz drei nicht das gewünschte Ergebnis gebracht.

Und nun schon wieder Schalke. Gleich zwei Niederlagen musste der FC Bayern in dieser Saison gegen die Königsblauen hinnehmen, vor allem die Pokalpleite vor heimischem Publikum schmerzt noch heute. «Unsere Situation in der Bundesliga ist wichtiger als die Revanche gegen Schalke», betonte Schweinsteiger angesichts der prekären Gesamtlage. «Jeder Fan muss von der ersten Minute an spüren, dass wir gewinnen wollen. Das Auftreten ist sehr wichtig.»

Er selbst ließ sich allerdings zwei Tage vor dem Match verbal ziemlich gehen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge stellte sich dann am Freitag schützend vor Schweinsteiger. «Dass ein Mann mit so einer sportlichen Vita nun als 'Chefchen' verhöhnt und in dieser Art und Weise diskreditiert wird, ist unerhört und eine Frechheit», sagte Rummenigge.

Schweinsteiger war von einem Sport-Magazin derart tituliert worden und hatte dies am Donnerstag mit Beschimpfungen gekontert. «Dass er am Ende in dieser emotionalen Situation mit seiner Wortwahl übers Ziel hinausschoss, war nicht in Ordnung. Dies weiß er», betonte Rummenigge.