Portland (dpa) - Duell mit dem Meister statt frustriert in die Pause: Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks haben im Kampf um den ersten Titel der Clubgeschichte die Auftakt-Hürde gemeistert und ihre Dauer-Kritiker zunächst einmal verstummen lassen.

Nach den vielen Playoff-Desastern in der Vergangenheit zeigte Deutschlands Basketball-Superstar mit seinem Team in Portland endlich die stets vermisste Siegermentalität. Mit 103:96 gewannen die Texaner Spiel sechs bei den Trail Blazers und entschieden die «best-of-seven»-Serie mit 4:2 für sich.

Im Viertelfinale warten nun die Los Angeles Lakers auf Nowitzki und Co. Der Titelverteidiger gewann seine sechste Partie bei den New Orleans Hornets mit 98:80 und sicherte sich damit ebenfalls das Weiterkommen. Die Serie gegen die Lakers, die erste seit 1988, beginnt am 2. Mai in Los Angeles.

«Dieser Erfolg in einem echten Hexenkessel wird uns hoffentlich beflügeln», sagte Nowitzki, mit 33 Punkten und elf Rebounds wieder einmal überragender Spieler bei den «Mavs». Routinier Jason Terry, mit 22 Zählern ebenfalls in Galaform, freute sich bereits auf das Giganten-Duell mit dem Meister der vergangenen beiden Jahre. «Der Weg zur Meisterschaft führt immer über den Champion. Jetzt haben wir sie», sagte Terry.

Es war erst das zweite Weiterkommen für die «Mavs» seit der traumatischen Finalniederlage gegen die Miami Heat vor fünf Jahren. «Nicht viele hätten uns dieses Weiterkommen zugetraut und auch in der nächsten Runde traut uns keiner etwas zu. Doch wir sind bereit», sagte Nowitzki kämpferisch.

Vor allem in der hektischen Schlussphase, als den Gästen das Spiel fast erneut aus der Hand geglitten werde, bewahrte der 32-Jährige in der explosiven Atmosphäre kühlen Kopf. Mit acht verwandelten Freiwürfen in den letzten 30 Sekunden hielt er die Gastgeber auf Distanz und verhinderte damit einen ähnlichen Einbruch wie in Spiel vier, als die «Mavs» im Schlussviertel einen 18-Punkte-Vorsprung noch hergegeben hatten.

«Unser letzter wichtiger Auswärtssieg in den Playoffs ist lange her. Es war gut, die Serie gleich hier zu beenden», meinte der Blondschopf, der wie seine Mitspieler noch auf dem Parkett des Rose Gardens von Club-Boss Mark Cuban geherzt wurde. «Das war ein großartiger Sieg», kommentierte der Milliardär, der wie Nowitzki seit Jahren seinem Traum vom Meisterschaftsring hinterher hechelt.