Bremen (dpa) - Meistertrainer Felix Magath macht dem VfL Wolfsburg auch im Abstiegskampf Beine. Der Titelträger von 2009 gewann das Nordderby bei Werder Bremen mit 1:0 (1:0) und verließ durch den zweiten Sieg in Serie den Relegations-Platz 16 der Fußball-Bundesliga.

Der Treffer von Sascha Riether (22.) entfachte dazu noch die Abstiegsangst in Bremen neu. Denn Werder liegt nach dem siebten sieglosen Heimspiel in Serie nur noch drei Punkte vor den «Wölfen».

«Das war ein ganz wichtiger Schritt. Aber wir müssen weitermachen und nächste Woche wieder gewinnen. Denn wir wollen auf keinen Fall in die Relegation», sagte Wolfsburgs Arne Friedrich. Auch sein Coach Magath meinte: «Geschafft haben wir es noch nicht. Aber unverdient haben wir nicht gewonnen. Wir hatten noch einige klare Konterchancen und haben hinten nicht viel zugelassen.»

Werders Trainer Thomas Schaaf haderte dagegen mit seinem Team. «Wir waren zu keiner Sekunde im Spiel und haben keinen Druck aufgebaut. In der Offensive waren wir heute zu schwach», sagte er.

Dabei wollten die Bremer ihrem Coach eigentlich «den Geburtstag nicht versauen», wie Torsten Frings schon vor der Partie sagte. Schaaf wird am Samstag 50 Jahre alt. Werders Kapitän wiederum bestritt sein 400. Bundesliga-Spiel und gab mit einer ersten Freistoß-Chance in der 11. Minute zunächst die Richtung vor. Denn die Bremer waren in einer flotten Anfangsphase die klar überlegene Mannschaft.

Mit seiner ersten Gelegenheit ging dann allerdings der vom engagierten Ex-Bremer Diego angetriebene VfL in Führung. Werders Torwart Tim Wiese ließ einen Schuss von Cicero genau vor die Füße von Riether abprallen, der beim Abstauben keine Mühe hatte. Damit zahlte sich früh aus, dass Trainer Magath den Brasilianer Cicero etwas überraschend im Team gelassen und Ashkan Dejagah trotz seiner beiden Tore gegen Köln wieder auf die Bank gesetzt hatte. Nur sechs Minuten später klärte Wiese gegen Mario Mandzukic deutlich energischer (28.).

Vor 40 000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion verloren die Bremer nun ihre Linie. Wolfsburg überließ ihnen zwar weiter die Feldüberlegenheit, konterte aber gleich mehrfach gefährlich. Der VfL war dem 2:0 so näher als Werder dem 1:1, da den Gastgebern auch nicht viel mehr einfiel, als es mit Schüssen aus der Distanz zu versuchen. «Wir spielen nicht mit dem letzten Willen. Da muss man mehr dagegenhalten», monierte Geschäftsführer Klaus Allofs zur Pause.